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Blog aus WA !!


EINTRAG VOM 28.3.10


Hey ihr zuhause !
der letzte blogeintrag ist lange her, deswegen wird  dieser hier auch mal ein bisschen interessanter und abwechslungsreicher als die letzten, denn es ist vergleichsweise viel cooles zeug passiert.

Wie geplant sind AnnCa und ich am 9.3. abends in Sydney in den Flieger gestiegen und gegen 22 Uhr ortszeit in Perth
angekommen.
Die Flugangst haben wir mit iPod hören und Bundaberg Rum -Cola weggerockt, außerdem ist die AnnCa ja sowieso ziemlich
dreist und hat auch noch Mangos in den Flieger mitgenommen - aber man darf ja wegen Quarantäne keine Früchte nach WA
einfliegen - das war vielleicht ne Sauerei als wir mitten im Flieger angefangen haben MANGOS zu essen.......^^

Anna und nessi haben uns abgeholt und die erste nacht haben wir dann in Fremantle,
einem Vorort von perth (wunderschön!) bei Annas Cousin Lorenz verbracht.
Am nächsten Tag haben wir dann noch Freo (=Fremantle) angeschaut und sind dann die 3 stunden nach Margaret River
runtergefahren.

Nessi und Anna haben ja seit Dezember bei Annas Tante Ute dort unten gewohnt, die Künstlerin ist und das ganze Haus
selbst gestaltet hat.
Sie macht viel mit Mosaiken, natürlichen materialien wie Steine, Holz, schlangenhaut, auch glas,
deswegen sieht alles sehr naturnah und verspielt und bunt aus, und man kann sich gar nicht satt sehen.

Dort haben wir dann ein paar Tage verbracht, sind schwimmen gegangen und in Margaret und den umliegenden mini-städten einkaufen
und flanieren gegangen.
Man muss sagen - diese gegend ist der absolute Arsch der Welt. es gibt NICHTS. 2 größere strassen führen durch diese Region hier
("down south" sagen die Leute in Perth, und so ist es auch) und eigentlich gibt es nichts außer weinfeldern und winzern, känguruhs,
viele viele Bäume, und im Westen einfach immer den indischen Ozean... und mehr als 10, 15.000 Leute leben auch in Margaret River nicht,
auch wenn diese Stadt in ganz Australien bekannt ist.

AM SAMSTAG hatten  wir dann ein barbecue in Utes Haus (Ute war noch im Urlaub...hilfreich...) und Lorenz und seine Freunde kamen auch.
Wie es sich so trifft, hat das Haus eine riesige Veranda, ein Holzdeck, mit einer Außenbadewanne.
irgendwann saßen wir alle um die badewanne, die in Stein eingelassen ist, und hatten unsere füße im heißen Wasser,
bis dann die Jungs auf die idee kamen eine nude party zu machen....! also haben sie sich einfach mal ausgezogen, sind nackt
im Garten rumgelaufen, auf die Schaukel, sind nackt Skateboard auf dem Holzdeck gefahren...
es war eine Freude zum zuschaun für uns Mädels in der warmen Wanne


Die tage gingen aber viel zu schnell rum und am Montag den 15. haben wir dann nessi und anna zum Flughafen fahren müssen.
Geil war, dass die bremsen vom auto schon die ganze Zeit gesponnen haben, und zwar hat beim bremsen einfach das Lenkrad geruckelt,
und ich hab mir ziemliche sorgen gemacht- nur alle anderen nicht :p

Ich bin ja gern pessimistisch, deswegen war es für mich eine kaputte Radaufhängung und in jeder Kurve
hab ich damit gerechnet dass wir gleich einfach gradaus weiterfahren :p

Anna meinte, das sei schon länger so mit dem ruckeln.. das wäre schon in Ordnung...

Annas Onkel meinte, man solle sich da nich gleich in die Hose scheißen - jedes australische Auto mache das - man solle sich da nicht drum kümmern.
You guys should be alright...

.. ein Mechaniker aus Margaret, der uns erst 1 Tag zuvor einen hinterreifen, der fast platt war (da war ein Nagel drin. super!) ausgetauscht hatte, meinte, als ich ihn
nochmal anrief, Jaja, er hätte schon gesehen dass der bremsbelag hinten total im Arsch ist ....
Mein Kommentar dazu - wieso hat er uns das nicht gesagt als wir den Reifen bezahlt haben ??

Jedenfalls ein genialer auftakt, 2 Tage nachdem man das erste auto seines Lebens (!) gekauft (!) hat, und dann auch noch in Australien (!), einige tausend Kilometer (!) weg von daheim
und wenig Ahnung von Auto-Technik und englischem auto-vokabular.

So sind wir also gezwungenermaßen nach Perth geeiert, der Flieger wartet ja nich auf einen, ne... und nachdem Anna und nessi am Flughafen abgeladen waren (heul heul...)
sind wir sofort ab zum Mechaniker. Der hat sich das alles angeschaut und das auto hochgehebelt, und meinte dann, vorne seien die Scheiben total locker und wir bräuchten dringend
neue, und hinten neue Beläge. seufz.
Am donnerstag hatten wir aber erst den Termin, was aber egal war, denn wir hatten eh unsere backpacks in Margaret gelassen und sind nur mit dem nötigsten für 1 Woche nach Perth,
weil wir sowieso nochmal 1 Woche bei Lorenz in Freo sein wollten um uns das alles anzuschauen.
Nach einer Woche Perth und autoreparaturen (ein Lager musste auch noch ausgetauscht werden, alles in allem waren es dann 300 dollar und wir saßen 8 Stunden beim Mechaniker),
und so eine Art TÜV von Western Australia mussten wir auch noch bestehen - das hat dann wenigstens geklappt -
sind wir dann zurück nach Margaret gefahren.

Der Oberhammer an der ganzen autosache war für mich ja, dass Anna und Nessi erst 2 Wochen bevor ich das Auto übernommen habe beim Service Check waren,
das ist ein Check den man alle 10.000 km machen muss, wenn eine Art "Garantie" auf das Auto weiterlaufen soll (größere Reparaturen wie Motorschaden etc werden dann wohl übernommen,
dafür muss man eben regelmäßig durchchecken lassen). Anna und Nessi haben bei diesem letzten Check einige hundert $ geblecht,
was auch nicht schlecht ist, wenn man bedenkt dass weder Beläge noch Scheiben geprüft wurden.
Dieses kaputte Gummilager, das wir dann später noch haben austauschen lassen, war wohl auch ein essentielles Teil, denn unser Mechaniker hat uns gezeigt wo die Leute von der TÜV-inspection nachschauen,
und hat uns eine Stelle gezeigt wo wegen des kaputten Lagers ein paar Teile viel zu viel Spiel hatten, irgendwo nahe an der Achse - keine ahnung ob das jetzt sinn macht -
es sah nicht gut aus und das alte Gummilager war von Salzwasser zerfressen und durch die ungleichmäßige bremskraftverteilung und alles abgeschrubbt.

Wir fassen zusammen - nach dem, was uns mehrere Leute geraten und "verheimlicht" haben, hätten wir einfach weiterfahren sollen wie gehabt.
Was wäre dann einige hundert km später passiert? Bei 100 und einer Vollbremsung wäre die Kontrolle übers Lenkrad so gut wie weg gewesen,
irgendwann wäre dieses Gummiteil einfach weg gewesen, dann hätten irgendwelche Metallteile ... stop!! es reicht :p

Gut dass wirs reparieren ham lassen.




Es gibt noch eine Story zum Auto. Wer von autos genug hat kann gleich den absatz überspringen :P Die Registrierung (sowas wie anmeldung, Versicherung, usw)
verlängert man in australien immer um 1/2 Jahr. Unsere läuft Ende Mai aus.
Jetzt kommts... da Nessi und anna ihre Rego in New South Wales (anderer state, andere Regeln..) gemacht haben,
und wir unsere in Western australia machen werden,
müssen wir erstmal Transfer Of Ownership (Besitzerwechsel) und dann auch noch Transfer of vehicle registration und und und machen.
Was braucht man dafür jetzt alles ?
behörde Nr 1 in Margaret River, wo Anna und ich hinfuhren, sagte, wir sollten so ein Blatt von oben bis unten ausfüllen,
und dann sei das Auto mit allem auf meinen Namen überschrieben.
Das füllten wir aus und gaben es ab. Dann hieß es,  UPS !, wir ham da was vergessen, ihr müsst eine Adresse angeben wo in WA ihr wohnt. (Ich hatte die Adresse von den Sandles in Sydney angegeben).
Okay. also haben wir dieses komplette Blatt nochmal ausgefüllt ...
Grad wollten wir es abgeben - dann saß eine andere Frau an dem schalter - die sagte plötzlich, nein nein das gehe so alles nicht,
ganz falsch, ganz falsch ....
Laut dieser Tante könnten wir gar keinen Besitzerwechsel machen, bevor nicht die Registrierung vom auto von NSW auf WA (also der Staatenwechsel)
vollzogen sei.
Was man aber tun müsse, um die rego eben so zu ändern, das konnte sie uns nicht genau sagen. auf jeden Fall müssten wir die Vehicle inspection
(also eben diesen TÜV, den wir ja dann in Perth bestanden haben) bestehen.

Was uns bei der vehicle inspection in Perth gesagt wurde :
Um die Rego auf WA zu ändern, braucht man lauter Dokumente, wie eben den bestandenen TÜV, einen Pass, dann einen Beweis dafür dass man in WA wohnt (klaro hab ich den... ^^)
aber da kann mir hier irgendwer einen Wisch schreiben, jedes Hostel kann das),
und was man eben noch braucht ist - jetz kommts - der Proof of Ownership. also der Beweis dafür, dass einem das Auto gehört.

Kommt da irgendjemandem was irgendwas spanisch vor?

Ohne Rego-Transfer kein Besitzerwechswel,
ohne Besitzerwechsel kein rego-Transfer.

Der Plan sieht jetzt so aus, dass wir mit dem Auto einfach weiterfahren bis Ende Mai, denn die versicherung läuft immer auf 2 Leute,
aber auf wen ist egal,
außerdem hab ich von Anna das unterschriebene Dokument dabei dass sie mir das auto verkauft hat, und laut der Margaret River Behörde genügt das als Beweis.
nur dass das Dokument NOCH nichts wert ist, weil ja die Rego noch nicht geändert ist -
die behörde in Perth sagt das gleiche, genau umgekehrt -

Ende Mai werden wir dann die rego irgendwie verlängern, kein Mensch weiß wie, aber ich beschäftige mich damit jetzt nicht mehr, bis ich muss :p








Ein bisschen weggegangen sind wir auch, einmal mit Dan, einem Freund von Lorenz, der in einem Club DJ ist und auch Fotos macht,
so hatten wir den ganzen abend kostenlose drinks (das ham wir auch ausgenützt und uns richtig begossen).
Bei Dan daheim haben wir dann in unserem Auto gepennt, und nach wenigen Stunden zu Lorenz heim um dort weiterzuschlafen
Witzig war, dass Dans mitbewohner vor dem Weggehen daheim noch zum saubermachen angefangen hat, und zwar weil eine rent inspection (wo der vermieter nachschaut
ob seine Mieter auch brav sind ...) in wenigen Tagen kommen sollte.
im Haus lief laute Musik, jeder trinkt und freut sich, und dieser eine kerl steht in der Dusche und putzt sie.
Als dann DOORS lief bin ich grade zufällig am Bad vorbeigekommen und hab ihn gesehen, wie er da in Badeshorts
mitten in der drei-quadratmeter-dusche steht und mit dem Schwamm die Wand
bearbeitet... und wie wir uns so über die Musik unterhalten, nimmt er in die andere Hand auch noch einen Schwamm, rudert wild mit
den Armen, springt herum, sieht aus wie eine kleine Windmühle und meint, in anlehnung an the doors, das sei Psychedelic Cleaning was er da mache.
ich glaub die Dusche war dann sauberer als er :p

die annCa stand während dessen mit Dan im Wohnzimmer an seinem DJ Mischpult, und wir waren schon gut dabei mit billigem weißwein..
da seh ich wie AnnCas Glas leer ist, gehe zum waschbecken, spüle es aus und tu Wasser rein, trink bissl, geh zurück zu Dan und AnnCa...
die AnnCa nimmt so gedankenverloren (..besoffen..) das Glas, trinkt, stockt : Hm, der goon schmeckt auf einmal ganz gut !,
Hey Vera, der goon schmeckt ja - also - das schmeckt ja seltsam! wie Wasser! Hier Dan, probier mal - gut, gell?
des gibts doch nicht -  ..

ich so, vorsichtig : Ähm... is ja auch nur Wasser....

:p




Auch Lorenz hatte eine rent inspection am kommen, und als dankeschön dass wir bei ihm wohnen durften und 1 woche lang seinen Kühlschrank mit unserem essen vollgestopft haben,
haben wir dann bei denen am Montag geputzt, mann das war eklig überall Motten und Larven und die verpuppten Raupen von denen.. spinnen....



Wie News aus dem deutschsprachigen Raum nach australien gelangen :

Dan hat in seinem Garten ein Gartenhaus, zum feiern, saufen, kiffen, all diese Dinge die man besser nicht im normalen Haus macht -
 Teppichboden und Vorhänge merken sich alles.
Bei einer Faschingsparty kam mal ein Typ als Josef Fritzl verkleidet (!), und dann hatten sie die unheimliche Idee, Fritzl
könnte jemanden in diesem Gartenhaus einsperren.
So erhielt das süße kleine haus völlig zu unrecht den namen Fritzl-barn  (ein barn ist einfach eine hütte).
Die Fritzl-Hütte. dort sitzt man dann in trauter zwei-oder dreisamkeit und raucht sich eins,
ich hoffe niemand von denen kriegt Paranoia oder angstzustände vom kiffen, sonst wird das da drin extrem gruselig !



Dass wir es zurück nach Margaret River geschafft haben ist sowieso ein kleines Wunder, weil wir überhaupt
keine einzige Karte von WA haben,
und die halberten Karten von der Region konnten wir i.wie nicht finden :p
da sieht man mal wie überschaubar das alles ist hier, auch wenn die Distanzen recht groß sind.

So,  wo wohnen wir hier ?
Nic, ein Freund von annas Cousins Moritz und Lorenz, wohnt hier auch in der Ecke,
und auf seinem Grundstück (hier hat jeder einige Hektar. einfach so, als Garten) ist ein Damm -
wie ein kleiner See, für Grund-und Regenwasser - so decken die Leute hier ihren wasserbedarf -
neben diesem See steht ein Gartenhaus, ein einziger Raum, so 4 x 5 Meter. Daneben ein Wassertank,
in den läuft das regenwasser vom Dach der Hütte -
innen gibt es eine Glühbirne - außen am Haus ist ein Waschbecken (mit einem Loch in der Mitte - drunter steht ein Eimer).

Im Haus liegt ein Teppich, steht ein Tisch, Stühle, und eine Art Schrank mit Gläsern die so dreckig sind dass das Licht nicht durchscheint :- )

(für papa :p )


Und dort wohnen wir

Ach ja, irgendwo hinter dem Haus stehen 3 Blechwände mit Dach obendrauf, da drin ist ein Plumpsklo.
Diesen Luxus hätte ich fast vergessen.
Wie funktioniert unser leben hier also ? Wir kaufen Essen ein in Margaret, Zeug was nicht schlecht wird,
sowie Wasserflasche und 15 liter Wasserkanister.

zum waschen benutzen wir das Tonnenregenwasser, ebenso zum zähneputzen und abspülen. Essen tun wir baked beans, spaghetti, rote beete, spargel, mais - all das aus der dose, kalt -
dazu Toast und Semmeln mit Schaiblettenkäse und ketchup, senf, usw.
Wir haben H Milch und Müsli, Gurken, Karotten, Äpfel, Birnen.

Duschen waren wir bisher immer am nahe gelegenen Strand bei Gracetown, da gibt es ein Klohäuschen und aussen dran eine
süßwasserdusche. Kalt. da haben wir geduscht, Mit Shampoo, Duschgel und Rasierer.
Mitten im Nationalpark :p wir Umweltschweine !

Aber jetzt hat uns Nic angeboten dass wir im guest house von ihnen, das gerade nicht vermietet ist, die Dusche benutzen dürfen, was gut ist, denn hier wird ja gerade Herbst/Winter und die Nächte sind schweinekalt und es regnet öfter mal.


In dem see vorm Haus könnte man baden, aber danach riecht man noch lustiger als vorher, und ist voller matsch und gatsch der da aufgewirbelt wird.
Angeblich leben in dem See auch trouts... das ist ein gängiger Fisch...Forelle .. habe gerade das Wort vergessen. Also jedenfalls so ein stinknormaler Speisefisch eben.
Nic sagt wir sollen mal angeln, dann hätten wir leckeren Fisch !!  - auch wenn er in 7 Jahren keinen einzigen gefangen hat -
und die AnnCa vegetarierin ist -
außerdem müssen wir ihn dann roh essen -

egal, was auch immer in dem See lebt  (ich schwör auf nessie von Loch Ness), es darf da drin bleiben, ich spucke nur jeden Tag in der früh meine Zahnpasta hinein.



Die letzten Tage haben wir beim Winzer gearbeitet, und zwar 2 mal Trauben gepflückt und 2 mal Trauben sortiert.
Beim Pflücken hat man eine Zange, zwick zwack kommen die Reben in einen Eimer, der fasst so an die 7 Kilo, wenn der voll ist tut man
ein zettelchen hinein, da steht eine Nummer drauf - jeder Pflücker hat eine Nummer.
Pro Eimer kriegt man horrende 2,50 $ bezahlt :p  allerdings, man würde es nicht glauben, schafft man pro Stunde ca. 5 Eimer,
und wir sind auch noch die langsamsten - manche Pflücker schaffen auch 10 Eimer die Stunde.
Wenn man dann 7 Stunden gebückt und krumm geernet hat, so wie am Freitag, kommen 35-40 Eimer raus, das kann man jetzt in Kilo umrechnen,
dann wird einem ganz schlecht :p


So mitten im Weinfeld zu stehen ist eigentlich ganz schön! Der Rücken zieht irgendwann ein bissl, weil die Reben so zwischen Brust und Kniehöhe hängen,
aber ansonsten ist das eine sehr schöne arbeit.

Viel besser als das sortieren. Da werden Blätter, Äste und die kleinen grünen Stiele von den Trauben entfernt, denn alles was grün ist schadet beim fermentieren.

Also fallen die Trauben, nachdem sie von den großen Stielen abgemacht sind, auf eine lange Metallrutschbahn, die ruckelt,
so "fahren" die Trauben ganz langsam zum Ende, wo sie auf die nächste Rutsche (ab zum
Fermentieren) fallen. entlang der ruckelnden rutschbahn für trauben stehen 8 sortierer und klauben
das Zeugs aus dem Traubenmatsch raus. im stehen, den Kopf nach unten, das laute fließband-teil im Ohr,
und neben einem am Boden stehen Eimer wo der Dreck reinkommt.
Auch das wäre alles okay, nur leider fängt man um 6.30 in der früh an - es ist arschkalt. Man trägt shorts und t shirt, weil man erwartet dass es gegen Mittag sehr heiß wird.
Die Trauben stehen über nacht in der Kühlung und sind irgendwas zwischen 4 und 8 grad kalt.
Av 10 uhr vormittag wird es dann wärmer.
Das problem gestern beim sortieren war - es wurde nicht wärmer.
Es begann zu regnen, es war kalt, windig, und wir standen draußen beim sotieren - unter einem Dach, aber Regen und Wind kamen rein,
und nach 8 Stunden konnten wir uns kaum noch bewegen und unsere Lippen waren ganz blau. Außerdem waren unsere Füße nass, weil wir in einem See aus Traubensaft standen.
Hatte ich shorts und t shirt erwähnt?^^


Und danach kam auch noch die kalte dusche.

Hinterher, das war dann gegen 5 abends, sind wir bei unserem Gartenhaus-backpacker-wohnplumpsklo nur noch ins auto gegangen (das war etwas wärmer als alles andere),
haben uns in vollen klamotten in die schlafsäcke und Decken gewickelt und gehofft dass die Körperwärme zurückkommt.
Bis halb acht haben wir dann da gelegen und geschlafen, dann kam Lord Nick, unser Lehnsherr sozusagen, mit dem Jeep angebrettert
und wollte uns mitnehmen in eine bar ...
wir wollten uns aber noch fertig machen und was essen, sind dann also nachgekommen und es war ein ganz cooler abend ...


Meine Reisegeschichte schlechthin hat sich dabei noch ereignet... meistens sortieren wir ja die Trauben von Lenton Brae, also die von Hand gepflückten. da aber nicht jeder Winzer so eine Sortiermaschine besitzt,
haben wir auch einige Tonnen Trauben von einem anderen Winzer sortiert, der allerdings maschinell erntet - deswegen befanden sich in diesen Trauben (die auch schon recht zermatscht waren) viel mehr Blätter und Zeugs,
wie etwa Frösche (die immer ich rausholen durfte :p ), Käfer lebendig und tot, Heuschrecken, ein geckoschwanz (der auf meiner Hand noch gezuckt hat - war wohl gerade erst abgefallen - ich hab den ganz fasziniert angestarrt, alle anderen haben geschrien) ,
Schnecken mit und ohne Haus, und Spinnen ... im vineyard leben Orb Spiders, die sind so groß wie eine Hand, der hintern ist ganz aufgebläht wie eine riesen Walnuß und die Beine sind lang, dünn, haarig... wuaaaah..
solche bizarren Zeitgenossen lagen verdreht und zerquetscht und zusammengefaltet in den Trauben, und wenn sie keiner rausholt gehen sie schwupp di wupp.. in die Fermentation

Irgendwann kam dann vor meiner Nase, inmitten der schwarzen Trauben, eine schwarze spinne angefahren, noch am krabbeln - außerdem war sie für australische verhältnisse echt winzig - ca. 5 cm groß, eigtl wie eine deutsche Hausspinne -
und weil ich dachte, ach, die ist ja eh so klein, hab ich sie mitsamt Trauben rausgehoben und in die Müllkiste.
Weil grade ein angestellter von der Vinery da stand, hab ich ihn gleich mal gefragt.. is this little fella down there any dangerous..?
Und der typ meinte nur, fuck yeah, this is one of the worst u can get 'round here !
auf deutsch, sie war gifitg, und zwar ziemlich, nämlich eine White Tail Spider. Da gibts auch kein Gegengift.
Hätte die mich in die Hand gebissen, wäre ich tagelang nicht mehr aus meinem shirt-Ärmel rausgekommen vor lauter geschwollen :p
und eine Blutvergiftung kann man dann auch noch kriegen wenn es sich entzündet :p

ich war dann natürlich "spider-girl" bei denen, weil ich das vieh rausgeholt hab :p

-------------




Kochen tun wir heute abend noch, und zwar werden wir in dem Gästehaus von Nick, wo wir ab jetzt
duschen gehen dürfen und wo es auch Steckdosen gibt, mit unserem Wasserkocher und einem Mini Topf nudeln kochen, die wir dann mit kalter
tomatensauce aus dem Glas glücklich verspeisen werden, denn wir haben ja seit Montag nur Dosensachen gegessen.


Am Donnerstag den 25. waren wir in Margaret um einzukaufen, zu tanken, und ins internet cafe zu gehen, und am Tresen von diesem Cafe gab es umsonst (!) Kaugummis die die Zunge blau färben.
Es war so eine Freude diesen Kaugummi zu verspeisen...so einen hatten wir schon lange nicht mehr... und dann hat mir auch noch der Verkäufertyp da drinnen meine 30min internet für 2 anstatt für 3 Dollar gegeben,
und aus Versehen hat er mir auch 40 statt 30min gegeben :p hoppala ...


was ich am meisten vermisse ist gutes Brot, dann natürlich viel Fleisch zu essen so wie daheim..., Salat und solche Dinge,
und heißen Tee und sowas kriegen wir im Moment ja auch nicht,
geschweige denn solche aufwändigen Gerichte wie Gulasch, chili con carne, schweinsbraten... ich hör jetz besser auf :p

-----------------------------------------

29.3.10

Heute haben wir so richtig ausgeschlafen und sind nach dem späten frühstück los zum strand. Der nahegelegenste ist eigentlich Gracetown, aber dann haben wir auf unserer
Margaret River -Karte noch einen anderen Strand eingezeichnet gesehen, und zwar am Ende einer Straße die sich Cullen Road nennt (Cullen ist hier eine Winery)
und die eigtl die nächste Querstraße links sein müsste gleich nach unserer Schotterstraße .. also wir raus, auf die Hauptstraße,
und haben damit gerechnet dass rechts gleich die Cullen Road reingeht. Was wir fanden waren 2, 3 kleine Schotterstraßen zu Grundstücken, und dann kam plötzlich die nächste große Querstraße, die Juniper Road.
Komisch .- nach der Karte hätte die Cullen Road vorher kommen müssen.
Mei, was solls, drehn wir halt um, wahrscheinlich ham wir die straße übersehen ...

wieder zurück...komisch!

Hier ist man es ja gewohnt dass die Karten etwas ungenau sind und an den STraßen im allgemeinen eher zu wenig Schilder sind,
also haben wir schlicht  " pi mal daumen " abgeschätzt welche von den kleinen Straßen,
die wir gesehen hatten, es sein müsste, und sind da rein.
Anfangs war es eine Schotterstraße, so wie unsere vor Nics Trout House.
Nach wenigen hundert Metern wurde daraus Sand. Schonmal eine kleine offroad challenge für einen Kombi.
Plötzlich kam ein Graben, Der war so circa einen Meter tief :p quer drüber lief so eine Spur, mit autospuren, die etwas höher war.
Die haben wir für den rechten Reifen benutzt, den Rand vom Graben für den linken ...

da kam uns die straße schon ungeheuerlich vor.

Irgendwann war die Straße plötzlich mega breit und ein einziges Sandloch. wir erstmal voll rein auf gut glück

Dahinter war es dann derart hockelig und wüst dass wir das Auto am Rand haben stehen lassen, in einer Art Bucht, und zu fuß weiter gegangen sind.
Die Sandstrasse ging in ein winziges waldartiges stück über, da hätte es uns das ganze Dach zerkratzt so tief hingen die Äste.
Danach wieder Sand ...
plötzlich eine Abzweigung.. naja irgendwann sind wir dann umgedreht und zu einem anderen Strand gefahren, diese ganze Cullen Road
war uns ein Rätsel.. am nächsten abend hat Nic uns besucht und ich hab mal vorsichtig gefragt..
- By the way.. where is Cullen Road?

- Its, uhm, pretty close .- but yeah DONT go there in YOUR car !!

- But - we did.

- Oh.

Der Strand an diesem Ende hat sich also für uns erledigt


.------------------


Nachtrag : die Story von Allan Fox

Noch mit Nessi und Anna sind wir eines Tages bei einer Glasbläserei vorbeigekommen und sind da einfach mal reinmarschiert. Es war einfach eine kleine Hütte, innen ganz hübsch hergerichtet, und man konnte große Vasen und kleine Fische und einfach alles mögliche aus Glas kaufen.
Einiges war recht hübsch, das meiste aber nicht sonderlich aufwändig - und es war auch kein Verkäufer oder sonstwas zu sehen.
Plötzlich kommt aus einem Hinterzimmer ein kleines Männlein herausspaziert, klein dürr und drahtig, mit weißen Haaren, wie der Weihnachtsmann wenn er vier Zentner abnehmen würde...
am Telefon hing der Kerl, offensichtlich ziemlich sauer, hat auf die person in der Leitung eingeredet (und es klang als müsste er sich auch ganz schön was anhören).
Am Ende legt er auf, grimmig, schaut uns mit flehendem Blick an und donnert dann, stinksauer - "MUMS !"  "Mütter!"

Also hat ihm seine alte Frau stress gemacht, das fanden wir shconmal ganz lustig. Dann hat er sich dauernd entschuldigt für das Telefonat und seine Mutter, aber gleichzeitig immer wieder betont
wie bescheuert diese Frau sein muss und dass man daran einfach nichts ändern könne, es sei eben so, qualm rauch ärger,
und er ist dann ziemlich ruhelos im Raum auf und ab gegangen, vor sich hin schimpfend ...

Da wir die einzigen waren und er auch gesagt hat er müsse sich ablenken, hat er uns mit in eine andere Hütte genommen, eher eine riesen garage,
in der er arbeitet - also seine eigentliche Glasbläserei.
Da hat er dann erstmal Musik angeschmissen über Computer und Boxen :p und zwar Counting Crows! das war schräg...
Und dann hat er uns alles mögliche erzählt. Dass seine Werke im Louvre stehen und im Buckingham Palace. (Wir dachten der spinnt,
ich bin außerdem jetzt noch davon überzeugt dass er besoffen oder auf Drogen war - aber es stimmt. Seine Werke stehen im Buckingham Palace und im Louvre.. aber dazu noch mehr).

Und dann ließ er uns Glas blasen! erstmal durften wir alle mit Zangen an einem heißen stück Glas herumziehen und -zerren,
mit "Schutzbrillen" (er hatte ne alte Sonnenbrille - aber manchmal hatte auch jemand keine auf - mei  :p )

Dann durften wir einen Batzen fast geschmolzenes Glas im ofen drehen bis es fast flüssig war.
Vor so einem Ofen wirds heiß ich sags euch ...

Als wir dann alle einen hochroten Kopf hatten von der Hitze, hat er uns vorgeführt wie man einen Fisch und einen Vogel macht - die verkauft er im Laden für 30 Dollar oder mehr -
und kostet ihn vllt 5min den zu machen.
Und er sagte wir wären solche Glückspilze, weil wegen der Hitze die letzten Wochen immer die Glasöfen ausgeschaltet gewesen seien - man hätte in der Hitze einfach nicht arbeiten können -
nur gerade eben, da es etwas abgekühlt hätte, könne er uns überhaupt da mit rein nehmen.
Seine dumme Mutter käme uns da auch zu Gute, er müsse sich nämlich dringend entspannen !!!


Jedes Teil das er fertigt bekommt am Boden seine Signatur, Allan Fox, und das Jahr der herstellung.
Als wir wieder vorne im Laden standen hat er uns noch einige unglaubliche Dinge gezeigt -
einige Arbeiten von ihm, die hat er aus einem Safe im Hinterzimmer geholt - die großartigsten Glasvasen und -gefäße die man sich vorstellen kann, mit ganzen Landschaften auf der Oberfläche, tausende Farben und Stücke die bei verschiedenem Lichteinfall ganz verschiedene Farben reflektieren -
diese Teile waren viele viele tausend Dollar wert, vielleicht hunderttausende, und er hat sie uns einfach in die Hand gedrückt sodass wir sie mit raus auf den parkplatz nehmen konnten und im Tageslicht betrachten.

So ein Ding zu stehlen ist sinnlos, denn jedes einzelne Teil dass der Typ fertigt ist abfotografiert und die Fotos werden vom
Museum of Contemporary Art in new York archiviert,
damit niemand der das Ding stiehlt es weiterverscherbeln kann.

Außerdem hat er uns noch sein Notizbuch gezeigt, in das er schon seit jahren hineinkritzelt. Da waren die unglaublichsten Formeln drin,
Notizen welche Elemente und welche Mischungen bei welchen temperaturen wie reagieren und schmelzen oder hart werden,
wie sich die Elastizität verändert ... und all das hat er 40 Jahre seines Lebens gemacht. Nichts anderes.
Wohnen tut er in einem kleinen Raum, da steht sein Bett, seine Gitarre, ein Stuhl,
und er sagt er besitzt nicht viel, auch das ganze Geld kümmert ihn einen scheißdreck,
was ihn so richtig fasziniert ist das Sich-Verlieren in dem schmelzenden Glas im Ofen, oder das komponieren von einem klassischen Stück für Gitarre,
Kreativität, etwas "schöpfen", und sich ganz auf diese eine Sache konzentrieren.
Wie sonst hätte er auch all diese chemisch und physikalisch extrem komplexen Formeln aufstellen oder lösen können,
er muss echt ein mastermind sein der gute

und am schluss hat er uns allen was aus der Lucky-Draw Kiste geschenkt (so wie Wundertüten, aber eben mit sienen Arbeiten, normal kostet da 1 Ding 5 Euro)
und hat uns alle umarmt und gesagt wir sollen gut auf uns aufpassen

wie der mensch arbeitet, ohne Schutzhandschuhe, neben diesem Sch* heißen Ofen, überall Glasscherben - einen Hund hat er auch, der läuft da überall rum - ist mir ganz schwindlig geworden.
Außerdem meinte er, das hauchdünne Glas würde zerspringen wenn man es zu sehr zieht und dehnt, und dann wären wir alle gespickt mit glassplittern - ziemlich martialisch hat er das geschildert -
aber dann, als wir die Zangen in den Händen hielten, hat er uns motiviert...zieh schneller ! stärker ! weiter !
mehr Kraft !   :p
und ich hab nur drauf gewartet dass es gleich KLIRR macht und ich blind werde von fliegenden Glassplittern



Es war ein ziemlich irres Erlebnis, vor allem dass wir zu Anfang dachten, er ist irgendein besoffener angeber.
Aber tatsächlich ist er der vllt. berühmteste Glasbläser der Welt, steinreich aber Geld kümmert ihn nicht -

und wir hatten einfach keine Ahnung wer er ist, oder ob er einfach gerade den eigentlichen besitzer der Glashütte umgebracht und im Safe verstaut hat, bevor wir reinkamen, und dann musste er sich halt schnell was überlegen -
:p


Ich kann auf jeden Fall nur raten, Allan Fox mal zu googeln (sicher kennt ihn eh JEDER, außer mir :p )
und sich Sachen von ihm anzuschauen. Das ist wirklich sehr faszinierend....

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So viel von Wundern und Erlebnissen in den unendlichen Weiten von WA, das auf den ersten Blick wie eine riesen Einöde am Arsch der Welt erscheint,
aber bei genauerem Hinsehen ziemlich viele Überraschungen bereithält, und zwar nicht nur spinnen auf dem Weintraubensortierband !!!!


OSTERN

Ein Duscherlebnis :
Heute morgen, Ostermontag, bin ich etwas früher aufgestanden als die AnnCa, und dachte mir, vor dem Arbeiten
würd ich gern noch haare waschen und/oder duschen.
Leider ist grad keine Dusche zur Hand... denn Nics guest house, wo wir letzte Woche geduscht haben,
ist über Ostern vermietet.
Was macht man da?
Gott sei Dank haben Nessi und Anna uns eine Solar Dusche von Aldi geschenkt. Ein dicker fetter 20Liter Wasserbeutel,
den man füllen und in die Sonne legen kann ("solar"....) und unten ist ein Schlauch und an dessen Ende ein
kleiner Duschkopf, den kann man auf- und zuziehen ...
Wie lief das ganze also ab?
Erstmal hat mich die AnnCa gesehen wie ich das Shampoo (in aller Herrgottsfrühe um HALB ZEHN :p ) aus dem Auto geholt hab... aber sie hat einfach mal weitergepennt..
ich hab meinen Bikini angezogen, bei Wind und bewölkt, gefühlte 15 Grad, bin auf einen Stuhl geklettert, und hab den Aufhängerhaken für den Duschbeutel oben am Dachbalken außen festgeknotet...
dann hab ich halb Dammwasser, halb Regenwasser dort hineingefüllt... kaltes... und dann den Beutel am Haken aufgehängt,
mich abgeduscht - auf der windigen Seite des hauses , wie klug! -
und dann eine große Portion shampoo ins Haar. Diesen Duschkopf kann man ja wie gesagt auch wieder verschließen,
indem man ihn teleskopartig zusammenschiebt - ich hatte ihn also, um mich mit Shampoo einzusauen, zugedrückt.

prompt, - weil meine Hände voll Schaum waren - hab ich ihn danach nicht mehr aufbekommen !
So stand ich da in der kälte, die augen voll Fruchtshampoo. Brennt wie die Scheiße.

glitschige Schaum-Hände, eine weiße Krone im Haar, nass, im kalten Wind, bibbernd,
will ENDLICH diese Dusche hinter mich bringen - und das Scheißteil geht nicht auf !!!!

Da rief ich, verzweifelt...
"AnnCa..kannst du mal kommen...."

Nichts passiert. Der Wind pfeift.
Warten.

AnnCa im gemüüütlichen auto. Wohlig warm. Eine Schlafmaske auf den Augen.

Oropaks in den Lauschern.

tzzzzzSchnaaaarch...

Vera, halb tot, auf der anderen Seite des Hauses. Brennende Augen. Schwach.

"AnnCa..."



Ich bin dann blind (!) zum Damm gestolpert (!) um mir die Hände zu waschen (!) um endlich meine
rituellen Waschungen beenden zu können.
Wie ich dann nach gefühlten hundert Jahren die Dusche wieder aufbekommen hab, hat es genau eine Minute gedauert und -
na, was wohl? - das Wasser war alle. Enton ...^^

Also ich den Beutel vom Haken genommen, zum Regenwassercontainer gegangen, und wollte gerade den OBEREN Stöpsel von dem beutel, wo man ihn befüllt,
öffnen -
DA GEHT DIESES DRECKSDING   A U C H    NICHT AUF !


.... Wie in den Asterix und Obelix Comics ist dann über meinem Kopf so eine Denkblase erschienen mit allen möglichen visualisierten Flüchen.
Blitze, Fäuste, Totenköpfe, Kackhaufen, Rauchwolken....

Gott sei Dank war dann die annCa wach. Seufz.
Sie hat mir dann geholfen leere Wasserflaschen zu befüllen und hat mir geholfen meine Augen von dem ätzenden 1,20$-Fruchtshampoo (mit extra Fruchtsäure - ich hatte noch nie so glänzende augen - )
zu befreien.

Weil ich eigentlich über und über voll mir Schaum war, und nicht mehr nur am Kopf (bin ja auch ein paar Kilometer herumspaziert, während meiner Duschaktion)
hab ich mich dann komplett nackt ausgezogen, ohne der tatsache Bechtung zu schenken, dass alle möglichen kleinen Straßen um das Shed House herum verlaufen, zu Nics und den anderen grundstücken,
und dass wir auch noch den Jungs (Nic, Lorenz, usw) gesagt haben, sie sollen doch am Vormittag vorbei kommen bevor wir arbeiten gehen.
Da stand ich nackt, mit roten Augen und unterkühlt, auf der Terrasse und hab mich enthusiastisch mit Regenwasser aus Plastikflaschen übergossen.

Hab ich eigentlich erwähnt dass es die ganze Zeit über leicht genieselt hat ...?

Wenn dann die Magpies und Kookaburras in den Bäumen ihre Geräusche machen... HA.... HA HA HA... HOOOOO....
denkt man eigentlich nur noch an selbstmord :p




Wir haben uns wirklich schon an das Leben hier draußen gewöhnt, wollen gar nicht mehr weg -
aber man merkt schon, dass wir keine erprobten Camper sind, irgendwie schaffen wir die Herausforderungen halt doch immer..
mit einem lachenden und einem roten Auge, oder so ...


by the way ! lustiges Erlebnis :   - bin ich so auf dem Plumpsklo... höre eine Fliege summen, schau mich um,  
sehe sie aber nicht. Seltsam.. links ist sie nicht, rechts ist sie nicht, über mir isse auch nich...

PLÖTZLICH, was fliegt mir buchstäblich am arsch vorbei ?  die Fliege. auf dem Rückweg vom Mittagessen
sie kam also von unten ^^
schmatz schmatz. ^^

so ihr lieben was bleibt zu sagen, lasst es euch gut gehen , der nächste blogeintrag kommt in 100 jahren,#

und bis dahin hoffe ich, hab ich euch mit diesem hier nicht zu sehr gelangweilt.

küsschen

 

 

 

 

 

7.4.10 08:44


Mitte Februar, Anfang März - auf nach Western Australia !

Eintrag vom 18.02.10




Halli hallo,


die letzten 2 Wochen war ich irgendwie ständig verplant,

und es ist auch nicht viel passiert, dann aber doch wiederum ziemlich viel



ich gebe nur mal die warnung raus dass dieser blogeintrag wahrscheinlich zum gähnen langweilig ist für jeden ausser vllt meinen eltern :p

aber irgendwo auch


erstmal kam am Sonntag den 7. die Ann-Cathrin an, im strömenden Regen hab ich sie vom Flughafen abgeholt.

abends sind wir gleich mal in die L.A. Bar gegangen, um meine favourite local band hier zu sehen, die heavy mellows.

Wie es sich so traf waren Ian und Dan da und haben uns mit Bier abgefüllt - ich nach 3 h schlaf und der letzten nacht arbeit etwas müde,

AnnCa nach 40 h Reise und kaum schlaf noch viel mehr buggered als ich.



Dan hat uns auf der tanzfläche aber ganz schön rumgelassen und es sah wohl so outgoing und energetic aus dass die Leute uns cheerings gegeben haben :p


die woche über haben wir dann ausflüge gemacht und avalon erkundet,

einmal waren wir schnorcheln in Manly, wobei wir einige grosse fische, einen Kalamari (der echt lustig ausschaut, weil er rückwärts schwimmt, bzw es so aussieht weil die Augen ja hinten sind, und er bunt flimmert (die kommunizieren nämlich indem sie die farbe wechseln, muss ich auch mal machen).


wir wir so aus dem wasser rausgehen schwimmt vor uns etwas auf dem Wasser...ich nehme es ... fuck maaaaan ! a fifty dollar note !!!

erst wollte ich den anderen leuten um mich herum zurufen, Hey, has any of u guys just lost his....

Mhhhhh moment mal....,

hab den schein in meinen bikini gestopft, und AnnCa und ich sind essen shoppen zum Aldi gegangen von dem Geld, und haben uns sachen gekauft die wir uns normal nicht leisten. Schinken...obst.... genial !



Eine deutsche die bis gestern hier im Hostel war, Rike, haben annCa und ich dadurch näher kennengelernt dass sie geldprobleme hatte :p und noch einiges mehr,

was ich hier natürlich nicht ausführe, jedenfalls haben wir die abende mehr oder weniger mit ihr verbracht.


Am Strand waren wir natürlich auch viel, und ich werde immer bräuner und meine Haare immer heller.

Zudem haben mich die paar Kilos die ich hier angesetzt habe zunehmend genervt, und jetzt stehe ich jeden morgen um 6 auf und laufe, was ich auch sehr geniesse -

leider waren wir wegen Rike meistens bis 3 uhr früh wach, und tagsüber schläft es sich hier nicht gut.

Also hatte ich diese Woche zwischen Sonntag und Mittwoch circa 15 stunden schlaf, plus laufen und hier und da ein Cliff Walk.

Das ging alles noch, sogar arbeiten ging, aber gestern Abend hat mich Dan dann zu sich eingeladen, er hatte Leute aus Californien da die gerade erst angekommen waren, die er auf der strasse kennengelernt hatte, und denen er directions gegeben hat sowie free internet, damit die ihren trip planen konnten.


Dan ist der ehemalige Gitarrenschüler von Chris Ragatt, dem Gitarristen von den heavy Mellows, deren Gigs ich hier in Avalon immer anschauen gehe.

Chris ist ein extrem guter gitarrist, seine Version von Fields of Gold von Sting hat mir so gut gefallen dass ich tagelang wünschte ich hätte Chris Version auf CD.

Dan spielt auch ziemlich gut, singt auch nicht schlecht, und weil wir uns viel über Musik unterhalten und er mir seine Songs vorspielt, hat er mir natürlich auch seine gitarren gezeigt. seine paar-tausend-dollar Les Paul ist natürlich sein ganzer Stolz, aber ich bin total ausgeflippt als er seine FENDER RORY GALLAGHER REPLICA STRATOCASTER rausgeholt hat :p

ich kann mich noch erinnern wie mein werter Ex david die mal in einem Gitarrenladen kurz angespielt hat und die klang einfach soooo gut und soo nach Rory, wenn man den richtigen amp hat, den hat Dan natürlich auch....^^

man muss wissen dass rory gallaghers strat schon ziemlich mitgenommen war, der Lack ist fast überall ab, ein paar flecken sind noch da,

das schlagbrett ist vergilbt, von den mechaniken ist eine ausgetauscht, und all sowas.

Jetzt hat Fender vor einigen Jahren eben die replica rausgebracht, die absolut identisch in allen punkten zum original ist,

mitsamt dem vergilbten und angebrochenen schlagbrett (halt alles künstlich auf Vintage gemacht), und es wurde auch nur eine limited edition von denen hergestellt, und die sind...richtig teuer.

so^^ dann haben wir uns noch ein paar musik dvds angeschaut bis die californier und ich uns auf die socken gemacht haben,

und das war richtig gut, denn ich saß schon lange nicht mehr in einem wohnzimmer in dem man die musik so laut aufdrehen kann wie man möchte. ich weiss nicht ob die lautsprecher noch mehr hergegeben hätten, it literally blew my mind...!


Troy geht heute aufs Ac Dc konzert in sydney und ist ganz stolz

er hat es mir die letzten Tage IMMER reingedrückt dass ich nicht mitkomme - aber gestern hat mir Dan dann eine live DVD von cold chisel gezeigt, und jetzt bin ich darüber hinweg.


Nächsten Samstag, am 27., gehen AnnCa und ich mit Troy und seinen Freunden zu einem rugby spiel, ich freu mich schon! diese 35 dollar haben wir investiert ac Dc hätte glaub ich 150 gekostet.


letzte woche hab ich 6 tage gearbeitet ud müsste dann nachher, wenn ich meinen Paycheck abhole, ungefähr 400 rauskriegen !



gestern früh hab ich Chris Ragatt am Pool in avalon getroffen, nachdem ich laufen war und mich abkühlen wollte, gegen halb 8, und er hat mich zum frühstücken eingeladen was richtig cool war

heute hab ich dann Rita, eine ausgewanderte deutsche, auf der strasse getroffen und sie hat mich auf einen Kaffee eingeladen.

Ich sags euch - das essen liegt auf der strasse ! man muss nur rausgehen !


AnnCa verbringt im Moment ein paar tage in Manly, also auf halbem Weg in die Innenstadt, bei meiner arbeitskollegin Sonia. so fährt sie jeden Tag in die stadt und schaut sich Sydney an, oder bleibt in Manly und geniesst das touristische strandpartyleben.


Nächste Woche kommt sie wieder und ich freu mich schon sehr <3 weil unsere gemeinsame letzte Woche einfach SUPER war, girlie time EVRY NITE, und es ist gut jemand zu haben dem man den ganzen gossip erzählen kann und allgemein sind wir uns recht ähnlich, haben die gleichen Interessen und sind unternehmungslustig - perfekt.


Shark attacks gab es auch hier und da mal, einmal wurde ein surflehrer in die Zehe gebissen von einem Baby Hai, das andere mal war ein Bein ab oder so,

und in Avalon Beach haben sie ja vor 2 wochen diesen 4m langen Hai gesichtet, aber er war anscheinend noch gesättigt genug.....



Im Hostel habe ich mittlerweile schon sowas wie eine Familie, aus den schweden Richard, Adrian und Stefan,

den Basken Maite und Nando (Nando's ist hier eine Marke für Mayonnaise !),

dann kommen immer die gleichen Leute zum essen in den Drummer,

und egal wo ich hingehe, ich treffe jemanden den ich kenne und wir haben einen kurzen chat.


kürzlich habe ich geträumt dass ich mich entschliesse hier zu leben, und irgendwie war es so eine erleichterung zu wissen dass ich hier nicht mehr weg muss

dann bin ich aber aufgewacht und war ziemlich enttäuscht....und als AnnCa und ich unseren Flug nach Perth für den 9.3. gebucht haben, hab ich mich auch scheisse gefühlt. aber ich hab mir selbst dann versprochen dass ich nicht zum letzten mal in Avalon war



Ja ausserdem wird mein englisch natürlich besser, mein deutsch immer beschissener :p und manchmal mixe ich einfach alles durcheinander, das findet die Annca immer amüsant, aber das wird ihr auch bald so gehen.


Ein Witz den mir Tommy erzählt hat :


a sales rep (vertreter) comes to a house, rings the door bell, and little johnny open the door.

- Hi, can I please speak to ur daddy?


little johnny replies, No, my daddy is in the shower !


Oh. Can I please speak to ur Mum then?


No, shes in the shower, too !


Uhm, do u think its gonna take long till they come out ?


Oh yes very long ! They asked me for lube and i gave them super glue !


(übersetzung : sie wollten Gleitgel, und ich hab ihnen sekundenkleber gegeben !)




Auch noch eine lustige Story - hier im Hostel wohnen 2 Londoner Brüder, Adam und Dane.

Adam ist muskulös, hat korkenzieherlocken, blaue augen, sing wie ein zeiserl ... naja ich hör besser auf


Dane ist etwas dicklicher, tätowiert und gepierct und naja... not exactly an oil painting.

Dane geht jeden Sonntag in die kleine Kirche hier in Avalon, und versucht hier und da Leute vom hostel dafür zu gewinnen.

jedenfalls brachte er letztens 2 Faltblätter von dieser kirche mit, so eine Art "programmvorschau" und terminplaner.


In dem findet man auch Bibelauszüge und Infos und News rund um diese Kirche.

In dem, das Dane mitbrachte, waren zur Belustigung einige gesammelte Stilblüten aus dem offiziellen, grösseren Kirchenmagazin abgedruckt.


wie etwa :


The Sunday morning service will be hell at 10 am.

(anstatt, will be held.)

oder,

The Church is collecting money to buy new robes, since we had quite a few new members join in lately, and the older ones are deteriorating.

(übersetzung : wir sammeln geld für neue Roben/Gewänder, weil in letzter Zeit viele neue Mitglieder unserer kirche beigetreten sind, und die alten langsam vergammeln. vergammeln jetz die alten mitglieder oder die alten Umhänge, frag ich mich...)




so das war echt ein langweiliger eintrag !

aber mir geht es hier super, jeden tag passiert irgendwas, ich fühl mich daheim - die 2 verkäuferinnen von That Gorgeous Shop und Jewellery stehen jeden Tag vor ihren eingangstüren und unterhalten sich, und wenn ich vorbeigehe kommt Hi Vera what r u up to today? ...


der Inder winkt mir immer aus seinem restaurant aus zu wenn ich in die arbeit gehe, das Meer ist immer 23 grad warm und immer wenn ich es sehe will ich einfach nur reinspringen - mach ich dann auch meistens.

nachts sieht man tausende sterne,

im LA sitzen immer die besoffenen auf der eingangstreppe, im woollies gehe ich immer an Marks Kasse, ein guter freund von ronja, und wir quatschen eine Minute -

am strand rede ich mit den life guards, die mir sagen wo die strömung übel ist oder ob bluebottle quallen im wasser sind....

und in unserem zimmer im hostel stinkts immer nach marihuana und klamotten, und der eukalyptus vorm hostel gibt auch noch was dazu.

und überall ist sand im bett, im rucksack, in der unterhose, im kleingeldfach vom geldbeutel, im käseregal von woollies, zwischen den tasten von meinem Handy, in den fingernägeln, in den haaren, aus dem bauchnabel kriegt man ihn wochen nicht heraus, und natürlich am strand.


mir gehts gut ich vermiss euch alle überhaupt nicht und ihr seht mich nie wieder


quatsch. hab euch lieb









EINTRAG VOM 2. MÄRZ



so das Internet hier geht immernoch nicht...outrageous...



die AnnCa und ich waren mittlerweile auf einem Football spiel,

und zwar mit Troy und dessen Eltern und Freunden,

im rieeeesigen ANZ Stadium (ANZ ist eine Bank hier) und zwar spielte Troys team, die St. george Dragons, gegen die South Sydney Rabbitohs (allein schon die Namen, alter)


und deswegen war er natürlich super aufgeregt.

Zu football spielen hier geht man preferably besoffen, die AnnCa und ich haben keinen tropfen alkohol getrunken und das haben wir dann bereut...denn es war super langweilig.

Troy ist der schlechteste regeln-erklärer den es gibt.


Ok, u have five tackles, and then u have one kick, and then u get points !!!!


ach ne.


Gespielt werden 2 mal 40 minuten mit 10minütiger pause dazwischen. Zum ende der 1. halbzeit hin hatten annCa ubd ich die Regeln durch scharfe beobachtung selber erraten,

aber ganz ehrlich, die sind es nicht wert dass ich sie hier aufschreibe.

Im grossen und ganzen geht es darum dass 24 männer auf einem spielfeld in möglichst kurzen zeitabständen möglichst grosse haufen aus ihren Körpern bilden und der unterste im Haufen schreit SANDWICH wenn er nicht mehr kann.


So viel dazu. Dann war am gleichen Abend auch noch MARDI GRAS festival in sydney, wir haben die parade nicht gesehen, sind nach dem football aber in die innenstadt, und die fotos sprechen für sich. Ein typ ist vor der annCa auf die Knie gefallen und hat ihr eine Rose geschenkt! Das war fast so schlimm wie wenn man mit der nessi auf die Wiesn geht :p



Gestern ist dann auch noch was spaßiges passiert,

die AnnCa und ich waren unterwegs und kommen um 11 nachts in Hostel, sitzen unsere 2 lieblingsdeutschen da, chris und christian ^^

die waren mords besoffen und mords happy, so happy dass sie das gerne mit uns teilen wollten,

und haben angefangen uns zu befummeln, ach lass mich doch, ach büdde, nur n bisschen, …. :p

also AnnCa und ich demonstrativ rauf, wir wollten ins bett, schlafen.... ruhe....


wir holen also unser zeug, gehen ins bad. Kommen raus, gehen in unser zimmer …

wer liegt in annCas bett ? Chris. Wer liegt in meinem Bett ? Christian.

Oh man.


Na gut, hab ich gesagt, wenn hier alle betten belegt sind – nehmen wir doch deren betten, die sind ja nu frei, wa .


Also wir ein stockwerk tiefer – die ossies ham prompt ihren zimmerschlüssel stecken lassen … rein ins zimmer -


blöder weise war dieses 6er zimmer der saustall vom feinsten...


also wir wieder rauf, ins bett neben die 2 alkoholleichen gezwängt, dann gab es diskussionen. Ach lass mich doch. Ach bitte. Nur n bisschen.

Man mir is kalt gib mir mal mehr von der decke !

Du bist doof.

Und du kratzt !

Ich hab ja auch n Bart.

Tu den bart aus meinem Bett verdammt !

Ne mir gefällt das hier aber.

Mir aber nich.

(erster lachanfall, 4 leute im Zimmer brechen ab)

(beruhigung)

ich will schlafen.

Ich aber nich.

Mir doch egal. Tu deine Hand da weg!!!!!!


und das alles gegen 6 in der früh.

Was soll man machen. Es war ein spass, zwei betrunkene einsame gestalten und 2 hartherzige mädels.


ja jedenfalls hat sich der Putzmann auch nicht schlecht gewundert als er in der früh um 10 zum putzen reinkam, die 2 unteren betten total leer, und in den 2 oberen Betten jeweils 2 Leute zusammengequetscht,

wovon je 1 sehr gefährdet war raus zu fallen,

und meistens einer gar keine decke hatte und der andre dafür ganz viel.


Ich war der Looser in meinem bett, ich hatte ne halbe decke und ein Arm und ein bein hingen schon gen abgrund.


Man hat sich dann in der früh gesittet verabschiedet und sich nochmal totgelacht über die blicke von den leuten im Zimmer nebenan (die 4 leute haben kichern und schreien hören und lustige geräusche wenn man sich gegenseitig schlägt),

und das beste war dass die immer wieder reinkamen um sachen zu holen die sie hier verloren haben, wie das so is wenn man in vollen klamotten in ein bett steigt und alles fällt aus den hosentaschen raus wenn man sich nachts umdreht.

Ausserdem hatte ich ja noch den schlüssel von denen :p





die AnnCa sitzt jetzt im Bus nach melbourne und ich seh sie dann erst nächsten dienstag wieder wenn wir gemeinsam nach perth fliegen.....................

dann wird es wohl wieder ewigkeiten dauern mit blog einträgen, aber so viel passiert ja eh nicht.


Zum schluss noch schnell n Witz :


What is green and plays guitar ?

  • Elvis Parsley !!



so ich hau ab ! Tschüss leute ! <3




7.4.10 08:48


14ter April, Margaret River

Von Bootleg und Ameisenwein, Traubenneurosen und Surf Art


08/04/10


Grade erst hab ich den letzten Blogeintrag hochgeladen, schon haben wir wieder was erlebt.

Die AnnCa und ich sind einfach total fertig zur Zeit. Das Oster-WE bei Bootleg war mega stressig. AnnCa bringt immer Teller raus und rein, ich stehe immer hinter der Bar, schenke viel Wein und noch tausend mal mehr Bier aus, nehme Bestellungen auf, usw,

und die Menschenmassen rannten uns die Tür ein.

Das war alles wunderschön und die Zeit verging auch schnell.

Wenn aber der 100. Gast nach einem Tasting Tray verlangt ( - ein Tablett mit 7 nummerierten Minigläsern, in jedem davon eins der Biere die Bootleg braut, und dazu ein Infoblatt, sodass man anhand der Nummern nachschauen kann was man da trinkt - )

und man dann 7 Gläser rausholt, 7 mal einen Mini schuss bier einschenkt, und zum 100. Mal sagen muss : "i ll hand you our tasting notes, the numbers on the tray match the numbers on the paper, so u can see exactly what u are drinking, and u find a 10% discount voucher for our packaged beer on the tasting notes as well – but it is only valid today!"

DANN, bei Nummer 100., will man irgendwann einfach nur noch reinschlagen...


Hi, can i get a tasting tray, please?


NOOO !!! fuckin PISS OFF , you FUCKIN IDIOT !!



Hach ja. Statt dessen sage ich dann : Sure... und dann gehts los.

7 Mini Gläser rausholen, unter die Zapfhähne, sich 7mal übergießen weil es so schäumt und man immer nachschenken muss... dann die Gläser auf dieses spezielle Tablett pfriemeln... blah blah. Zum Kotzen :p

Das geilste sind die leute, die noch AM TRESEN, während du die letzten paar Gläser draufstellst, schon das erste hochgehoben und das Stamperl Bier geext haben, und dann kommt : "Uuuups jetz hab ich ja ganz vergessen auf die Notes zu schauen! ... Kann ich nochmal so eins haben?"


(NOO !! Fuckin piss off .....)




Da war es direkt wunderbar, dass wir heute um halb 6 früh aufstehen durften um bei der winery Lenton Brae wieder mal Trauben zu pflücken.

Wir waren so lustlos...so fertig... die Trauben sind uns vor den Augen gebaumelt wie Nikolaussocken mit Koalahoden drin... wir hatten einfach keinen Bock den Kack abzuschneiden. Mann ey. Dabei kommt es beim Picking auf Schnelligkeit an. ^^


Die AnnCa hat sich erstmal böse gezwickt, und zwar auf der Innenseite vom Zeigefinger... würg... aber sie hat trotzdem weitergemacht.

Ich hab die ganze Zeit gejammert und gemeckert.

Komm AnnCa wir gehn jetz. Mann. Scheiße. Kack. Ich will schlafen.

(Der Witz war ja, dass wir erwartet haben dass wir auch noch von 12-6 bei Bootleg am schuften wären).


Tatsächlich haben wir das Picking aber durchgestanden, es dauerte diesmal nur von 6.30 bis 9.30. Sofort sind wir zu Bootleg durchgestartet und haben dort auf dem Parkplatz noch ne gute Stunde im auto gepennt. Wir haben uns den Wecker gestellt – sind beide komplett weggepennt. In Unterwäsche. BH und Tanga. Mit Vorhängen im auto, aber trotzdem :p

Es ist ja nicht so, dass da nicht auch noch andere Leute um uns rum parken würden.


Dann kam ja der Hammer ^^ wir ziehen uns um und gehen rein, da eröffnet uns unsere Chefin, dass wir gleich wieder gehn können weil es heute nicht so busy wird


toll :p


Total müde und genervt sind wir dann zum strand aufgebrochen, das Wetter war eigtl ganz schön. Auf dem Weg dorthin haben wir aber noch beschlossen, endlich das Surf Art Studio, das auf dem Weg liegt , anzuschauen (immer wenn wir an dem Schild und den vielen Peace Zeichen vorbeigefahren sind, dachten wir, Hey, da müssen wir rein!).


Gesagt getan, wir in diese Straße eingebogen. Da war nur ein Haus, draußen standen Pferde, der Parkplatz sah aus wie ein großer Misthaufen. Nur flach.

Die Terrasse des Hauses war voll mit einer ganz speziellen Art von Müll – je näher man diesem Müll nämlich kam, desto mehr sah er nach Kunst aus !

Erstmal waren überall Schilder aufgestellt..


"Hey lee-Ann, if you come in here, dont bring your fricken dog, it will eat my ducks! I dont want my ducks to be eaten by your dog, ok?"


"Dogs and fags NOT TO BE BROUGHT beyond this point. By "fags" I mean cigarettes, not gay people. Those are MOST WELCOME ! Peace !"



"Sometimes you give your friends a gift, and then another gift comes straight back to you! So all the stuff in this box is FREE !" (Die ominösen kostenlosen Sachen waren Perlen, Muscheln, bemalte Konservendosendeckel... ja ich weiß...)


Ein bisschen dichterisches Zeug war auch dabei. Ich würde es als Vulgärpoesie bezeichnen. "Trivial-" ist nämlich eher das falsche Wort. Definitiv einzigartig und kreativ.

Ein Hund lief herum, zwischen all den Sachen – halbe Surfboards, bemalt mit Wellen und Peacezeichen. Regenbogenfarben.

Aller möglicher kram. Große Gemälde, auf Leinwand, Holzbrettern, Glasscherben, Plastikteilen.

Drinnen telefonierte eine Frau. Ziemlich laut. Ich ging zur Eingangstür, sah sie und winkte.

Sie winkte zurück. "Oh, hi there ! I m sorry I ll stop talking – hang on – bye, my love, see u later!" - Sie kam heraus. Ins Tageslicht. Mann o mann.


Also ERSTMAL (mein Lieblingswort..) war sie nicht gerade klein. Lange leicht wellige Haare, groooße große Brüste mit nahtlosem Übergang zu einem großen bauch. Kein BH. Ein bauchfreies schwarzes enges Top. Eine Jeans (hinten guckte der Popo raus, der war – na? - groß ! )


Dann hatte sie ein echtes Thorsten-Frings-Haarband um die stirn, bunt und von hand gefertigt zu Zeiten, da wussten die USA noch nicht was Kunstfaser ist.

Schmuck.



Auf jeden Fall war sie so ungefähr die schrulligste und liebste Frau die man sich vorstellen kann. Sie erklärte uns, dass die meisten leute, die in den Parkplatz einführen, sofort wieder umdrehten, weil sie Angst hätten vor den Pferden, all den Peacezeichen, und so.

Das sei eben so. Das nehme sie gar nicht persönlich. Aber wir wären ja jetzt da! Das sei ja schön.


Direkt vor dem haus steht nämlich noch ein schild. "This is a home for horses and old Hippies! "


Dann sagte sie, ihr Hund, ihre Katze und ihre Enten täten sich untereinander nix zu Leide, denn in diesem Haus regiere die Harmonie und der PEACE. Was sonst !


Kämen aber andere Hunde, wären ihre Enten sehr gefährdet... sogar den Pferden habe sie beigebracht, sich gegenseitig nicht anzuzicken.

Sie (Desley ist ihr Name) bekommt nämlich "alte" Pferde geschenkt und pflegt diese dann, gibt ihnen ein zuhause ... außerdem benennt sie ihre Pferde auch erstmal um. So wurden aus Bobby und Tommy (oder so ähnlich) im Handumdrehen King Neptun und Zen.


Außerdem wären die Pferde nützlich, denn die Peace-schilder und das SURF ART Schild, das vorne an der Straße steht (am Rand der Hauptstraße), würden in regelmäßigen Abständen gestohlen werden – was überhaupt nichts ausmache, jeder stehle schließlich Schilder in seiner Jugend, auch sie habe das gemacht, das sei quasi ein Naturgesetz – und deswegen habe sie die Schilder dieses Mal aus Plastikboxen gefertigt, und in ebendiese großzügig Pferdemist, Auto-Öl und toten Fisch gefüllt. Sie sei sehr stolz auf sich, weil sie ganz allein auf diese gute Idee gekommen sei.


Da war ich sowas von baff. Gute Idee, was? Außerdem hab ich auch mal das Pirschstraße-Schild geklaut. Es steht im Keller und lehnt brav und blau an der Gefriertruhe. Papa, kannst du das für mich aufhängen?

In memoriam, und so?


Strahlend schilderte sie den Gestank in diesen Boxen und malte sich aus, wie es wohl wäre wenn jemand das Schild in sein Auto packen würde, in der Erwartung, mit einem hübschen Schild nach Hause zu kommen ... "Moment mal, irgendwas riecht hier komisch! Warst du das, Hasi?"



Außerdem, sagte sie kopfschüttelnd, sehe sie auch nicht ein, wie jemand NICHT in der Lage sein könnte, selbst einen Kreis mit 3 Strichen darin auf ein Schild zu malen – wozu also sollte man eines stehlen wollen?


Innen im Haus (wir betraten das Wohnzimmer mit angrenzender, offener Küche) standen mehrere Gitarren, Plattenspieler, Songbooks von Cat Stevens bis Styx, und alte Schallplatten deren Cover man als Frisurenchronik des 20. Jahrhunderts hätte benutzen können.


Außerdem weitere Bilder, Schmuck, alte Fotos von ihr und ihren Freunden (ein Typ mit enger Jeans, viel Gesichtshaar und Lederstiefeln irgendwo in der australischen Wüste, mit einem Moped das aussah wie die kleinste Zündapp oder was weiß ich, - ein Teil das in der Hitze des Outback wahrscheinlich schon bei Standgas überhitzt.


Er stand auch daneben und rauchte eine Zigarette. Könnte eine Panne gewesen sein, und sie haben einfach versucht es cool aussehen zu lassen.


Dann erzählte Desley uns von ihrer Freundin Lee Ann. Diese lebe genau 7,3 km von Desleys Haus entfernt. Gleich hinter Bootleg. (Sie hatte unsere Arbeits t shirts gesehen).

Beide teilten sie die gleiche Leidenschaft – leichten, süßen Wein für unter 10 Dollar.

Würg!

Lee Ann würde gleich vorbeikommen und ein paar Flaschen mitbringen. Die würden sie dann "verkosten".


(Es war etwa 12:30 Uhr mittags. Ich geb dazu jetz gar keinen Kommentar ich werf das nur so ein. Keine Hintergedanken bitte. Nein nein.)


Denn – von teurem Wein bekämen sie beide Kopfweh.

All diese Chemikalien in teurem Wein seien genau so schlecht für den Körper wie Weißbrot und Bier. Bier ! Das sei ja ganz schlimm.


Und das schöne sei – billigen Wein könne man an seine Gäste verteilen, ohne dass man arm werde.

Gleich werde Lee Ann da sein. Sie brauche nicht lange her, sie wohne nur 7,3 km entfernt...

Neulich habe sie eine ganz himmlische Flasche Wein geöffnet. Ob wir wohl mal probieren wollten...? "Jaja natürlich wollt ihr das .."


"Och ne danke, wir müssen fahren..."

Wir wollten uns rauswinden, wurden aber konsequent überhört.


"Wunderbar! Ich hol euch ein Gläschen ! Tralala.... "


Sie kam mit einem fettverschmierten Weinglas an, halb gefüllt mit einem weißwein. Darin schwamm, wie ich von weitem erkennen konnte, ein kleines schwarzes Etwas..

AnnCa probierte zuerst.


"Mhhhh !" machte sie und unterdrückte ein Husten. Suchend blickte sie sich um. Wo steht ein Blumentopf, wo ich das reinspucken kann?

Sie gab auf und schluckte. Lecker sei dieser Wein! Ganz gut!


Großzügig wie sie ist, gab sie das Glas gleich an mich weiter.


Im Glas schwamm eine tote Ameise.


Ich kostete einen Schluck, die Zähne auf den Glasrand pressend, als Filtervorrichtung für die Ameise. Der Wein war einfach nur billig, pappsüß, und ein einziges Glas hätte Migräne auslösen können. Diese Ameise war buchstäblich am goldenen Schuss gestorben. Komm, süßer Tod...


"Oh wow. Thats a pretty good wine!"


Desley strahlte. Solche Lügen schien sie zu lieben...gleich würde ich ihr erzählen, wie schön ihre Gemälde seien.


Jedenfalls meinte die annCa, ich solle ruhig austrinken, sie fahre schon heim... ja toll !


Ich trank also den Rest aus und gab Desley das Glas zurück. Da war irgendwas in meinem Mund....

Sie erzählte uns, wie manche Leute die ihre Sachen sähen auf die Idee kämen, das ganze Haus sein als Kunstwerk gedacht, und dann einfach selbständig alle anderen Räume begutachteten.

Einmal sei sie beim Zähneputzen gestanden, da sei plötzlich ein Besucher ins Bad gekommen.


Oh Gott!!, was sie denn dann gemacht habe???, fragte ich.


Sie überlegte. "Hm ! I think I said Hi! !!"


Na klar. Hätt ich auch gemacht!


Dann kam Lee Ann zu Besuch. Klein, rundlich, eine vieeeel zu enge Jeans, lockiges Haar, rote Backen.

Ach ! Sie habe so einen gutaussehenden Sohn ! Der sei so schüchtern ! Sie wohne auch nicht weit weg. 7,3 Km, um genau zu sein. Ob wir nicht ....?


Nein. Könnten wir nicht.


Unsere Bootleg T Shirts seien ja super schön. Wunderbar, Dieses rot... die Bluse die sie trage sei auch nicht schlecht, gell?

Ob man tauschen wolle.....?



Nein. Wolle man nicht, leider.


Schnell sei sie hier gewesen, nicht? Genau 7,3 km wohne sie entfernt.


"Meine liebe, ich hole dir ein Glas Wein!" flötete Desley, lief in die Küche.

Von da rief sie erstaunt : "Oh, stell dir mal vor! Wir haben Ameisen in unserem Wein !!!"




Ach was.


"Sieh dir das an !" In ihrem Glas schwammen pro Kubikzentimeter Wein mindestens 1,4 Ameisen.

(Je nach Art der Statistik indiziert so eine beliebige Zahl solch bedeutende Fakten wie das Aussterben einer ganzen Nation oder den überdurchschnittlichen Nährstoffgehalt eines Billigweines!)


"Macht nichts! Extra Proteine!", sagte Desley, und sie nahm einen großen Schluck.

Yuk !!!



AnnCa und ich hatten die letzten Tage immer wieder darüber geredet, dass wir in dieser Weinregion eigtl eine Flasche Wein kaufen müssten, keinen sehr teuren, nur um hinterher sagen zu können "Ja, wir haben ihn gepflückt UND getrunken!"

Aber ehrlich gesagt, wenn man all unsere Erlebnisse mit Trauben zusammenzählt,

dann liegt nichts ferner als sich auch noch selber einen zu KAUFEN.


  • Orb Spiders, giftige White Tail Spiders, Geckos, Ohrenkneifer, Schnecken und Kakerlaken im Wein. Hat man ja beim Sortieren gesehen, und die meisten Winzer lassen nichtmal sortieren, da teuer. Ab in die Presse, meine kleinen Krabbelfreunde...

  • Picking, 8 Stunden in der Sonne, gebückte Haltung, durch Äste und Spinnennetze, mit den Schuhen im Dreck, umringt von nichts als Trauben – und der Rebstock mit seinen Ästen und Blättern ist dein schlimmster Feind...

  • Desleys Wein, ungefähr so viel Masse an Insekten wie vorher Insektizid auf den Trauben verwendet wurde – der ursprüngliche Plan total im Eimer)

    Kein Wein für uns, nichtmal geschenkt



Desley hat uns auch erzählt, dass Stefan (Annas Onkel !) ihre Tiere immer umsonst behandelt. Als Gegenleistung schenkt sie den beiden dann Bilder und andere Dinge.

Das hat mich sehr gefreut. Erstens, dass Stefan ihr nichts berechnet, wahrscheinlich weil er weiß dass sie eine gute Seele ist und nicht viel hat, und er genau so ist drauf ist – ich helf dir, du mir, Peace, und so.

und zweitens, dass sie für die geleistete Arbeit ebenfalls mit Arbeit bezahlt, und zwar indem sie den beiden Dinge schenkt die sie mit viel Liebe gemacht hat und die ihr viel bedeuten ...


Klinge ich selber schon wie ein Hippie ? Love, Peace, Tierarzt kostenlos, und ich male dir dafür ein Blumenbild, das kannst du an die Klotür hängen, dann hast du good vibrations auf der Schüssel?


Nein ich mein das Ernst, man kann da drin zum Hippie werden, ich will das auch alles nicht so negativ klingen lassen – es ist ein schöner Ort, Desley ist eine einfache glückliche Frau, fertig

aber es war etwas anstregend, muss man zugeben. Sie nimmt einen gern in Beschlag

Lee Ann schon auch. Siebenkommadreikilometer.



Nach gefühlten 100 Jahren fuhren wir wieder weiter. Es war schwer, das Gespräch/den Monolog abzuwürgen. Man hat das Gefühl, Desley ist hier und da etwas einsam und hat Redebedarf. Außerdem ist sie wohl eine Person, die sich schon gerne zeigt und gesehen wird.


Beim Rausgehen fiel uns ein weiteres Schild auf :
"WARNING ! Over 50 and sexy."


Wie könnte ein neugieriger Mensch solch einer Provokation widerstehen?





09-11/04/10


Der heutige Tag brachte lauter schlechte Nachrichten. Bootleg gibt uns nur wenige Stunden; Nic schmeißt uns zum Dienstag aus seinem Gartenhaus; Lenton Brae hat nur noch morgen Arbeit für uns, danach sind die fertig mit all ihrem Picking etc.

Die AnnCa ist krank geworden, hat Fieber (?) Halsweh und Schnupfen, und Nics guest house war abgesperrt, also konnten wir nicht duschen – da sind wir dann zum Gracetown Campingplatz gefahren und sind da mehr oder weniger eingebrochen um illegal zu duschen.

Wir also am Freitag beim vorletzten Lenton-Brae-Traubensortieren ever.

Es hat uns so gestunken. Mann. Wenigstens hat Russ, ein Angestellter von Lenton Brae, ein bisschen mitsortiert und so konnten wir ratschen. Über Sport in Europa / Australien kamen wir darauf, dass hier Rugby und Football so populär sind, aber an der Westküste speziell auch Fußball, also Soccer, so wie in Deutschland – und in Deutschland sei eben auch Radfahren so beliebt. In Australien, erklärte Russ, sei jeder Profiradsportler sowieso drogenabhängig. Falls man Drogen wolle, solle man Radfahrer ansprechen. Könne gar nicht schief gehen.

Er fragte Gil und David, ein Kalifornierpärchen, was sie als nächstes vorhätten.

Nach Victoria müssten sie fahren, sagten sie. Möglichst schnell. Wie lang das denn dauere, wenn man durchfahren könnte?

Hm, 20 Stunden, meinte Russ.

Und wenn man sich an die absolute Höchstgeschwindigkeit von 110 km/h halte..?, fragte ich.

Oh, DANN, dann seien es vielleicht 25 Stunden sagte Russ. Aber mal ehrlich, wer halte sich schon an das speed limit..


Und außerdem, woher Russ denn wisse dass es 20 Stunden dauere?, fragte Gil. Man könne ja schlecht alleine 20 Stunden durchfahren?


Ach, sagte Russ. Er kenne Radfahrer.


Ich erklärte ihm – in Gedanken an ein schnelles auto - dass man Deutschland innerhalb von 7 Stunden auf kompletter Länge durchfahren könnte.


Ob ich das schonmal gemacht hätte?, einfach so zum Spaß, um des Fahrens willen?, fragte Russ.


Nein nein, erwiderte ich.

Ich führe viel lieber Rad. Da hätte ich mehr davon.


"Ah", machte er. Das leuchte ihm ein.


Was Russ so von mir denkt will ich eh nicht wissen. Erstmal hab ich ihm ja zu anfang immer erzählt, was für panische Angst ich vor Spinnen habe, nachdem David mal eine riesige Orb Spider aus den Trauben gefischt hat und ich eine Stunde Blut und Wasser geschwitzt hab, ob ich wohl auch mal aus Versehen meine Hände in eine von denen versenke...

Kurz darauf habe ich dann aber diese völlig unversehrte, schwarze White Tail, die auch noch ziemlich giftig ist, vor seinen Augen kommentarlos rausgeholt;

am Freitag dann eine 5cm große, rot-weiß gestreifte Spinne; so wie Pommes rot-weiß, nur Spinne statt Pommes;

und die habe ich dann am Beinchen hochgehalten und dann in den Eimer gesetzt; mehrere zermatschte Frösche hat Russ mir schon vor die Nase geworfen, die hab ich dann zeremoniell im Bucket begraben; außerdem komme ich zu Lenton Brae immer in den gleichen Klamotten (3 Wochen lang) : eine schwarze weite Hose bis über die Knie. Darüber eine zerrissene Jeans – die geht nichtmal bis zu den Knien – ergibt einen geilen Lagenlook. Dann habe ich 3 Tops übereinander an, und hier und da hatte ich Oscars Gammeljacke obendrauf an, da sind hinten ganz groß Werkzeuge drauf gedruckt, und die Kapuze hatte ich vor dem Gesicht zugeschürt dass nur die Nase rausguckte.

Einmal hat er mich gefragt wo ich die Jacke her hätte. Dann hab ich sinngemäß gesagt, dass sie mir ein Schwede geschenkt hat, der im Hostel in Sydney im Bett unter mir geschlafen hat, und der für so eine Baufirma gearbeitet hat, die ihren Mitarbeitern sowas schenkt, und die Jacke war ihm zu klein.

Jetzt muss man wissen, dass diese Jacke riesig ist. Ich muss die Ärmel hochziehen dass man überhaupt meine Fingerspitzen sieht, und die Schulternähte sind bei meinen Ellenbogen. Da hat sich Russ wohl gedacht, ich hätte was mit einem riesenhaften schwedischen Troll gehabt, und wäre so an die Jacke gekommen.

Tatsache ist, dass Oscar einfach nur bisschen hochgeschossen ist und die Hosen manchmal etwas weiter unten am Hintern trägt, deswegen ist ihm die Jacke schlicht und einfach am Bauch zu kurz..und sie ist innen weich und plüschig, und bei 30 Grad in Avalon, was macht man da mit so einer Jacke? Nur die Vera, die Frostbeule, trägt sowas trotzdem.


Es ist sowieso besser, die Klamotten in Australien zu beschaffen, als zu viel von daheim mitzunehmen. Als ich Ende Februar noch ein 7kg-Paket heimgeschickt habe, waren ca. 3Kg davon Klamotten, die ich hier nicht mehr wollte, weil ich entweder zu fett geworden war um reinzukommen (jaja ^^ aber es ist schonwieder einiges unten) oder mir hier mal was anderes, praktischeres gekauft hatte.

Weil mein Freund ja Anfang Mai nach Australien kommt, hab ich solcherlei Erfahrungswerte natürlich an ihn weitergegeben, zusammengefasst in einer schönen email... als wir dann ein paar Tage später telefonierten, meinte er, wenn er sich meine ganzen Tipps zu Herzen nehmen würde, hätte er am Ende gar nichts mehr in seinem Rucksack.

Stimmt eigentlich. Ich hab mir die mail nochmal durchgelesen. Da steht eigentlich nur drin dass er Unterhosen und Socken mitnehmen soll, aber bloß icht zu viele T shirts, lange Hosen – allerhöchstens eine ! Wenn nicht nur eine halbe ! Schuhe – wozu? Vielleicht einen, falls mal ein Fuß kalt wird. Elektrogeräte – pff ! Steckdosen findet man eh nirgendwo. Schlafsack? Wer schläft, liebt nicht !

Nur Vitamintabletten. Die soll er mitbringen. Die sind hier mordsteuer. Und eine schöne gute Kamera um Videos zu machen. Aber flott.

Dann hätte ich ihn fast gebeten, mir ein Kleid von daheim mitzubringen. So ein hellbraunes. Dann dachte ich – nee, das kannst du nicht bringen! Erst schickst du 5 Kilo Klamotten heim, und dann lässt du ihn was mitschleppen :p


Gerade kam der Nic zu unserer Hütte gefahren. Es ist 10 Uhr abends und stockdunkel. Er wollte sich schnell die Axt holen, weil er oben auf der Schotterstraße ein Känguruh angefahren hat. Es hat ein gebrochenes Bein und liegt am Boden und kann sich nicht bewegen.

Der einzige Tierarzt in der Gegend ist Stefan, Annas Onkel, aber der ist ausgerechnet gestern nach Deutschland geflogen, wegen eines Todesfalls in der Familie.

Deswegen hat Nic beschlossen, das Tier schnell umzubringen

Er hat die Axt extra noch geschärft, aber sie fühlte sich immernoch recht stumpf an...

und gerade ist er das zweite Mal vorbeigekommen, hat die axt zurückgebracht und gesagt, er hat das Känguruh (das wohl schon bewusstlos war) mit einem Ziegelstein auf den Kopf geschlagen. So fest er konnte. Dann hat ers ins Gebüsch geschleift.


Die AnnCa und ich sind ganz traurig. Jedes mal wenn wir unsere Schotterstraße langfahren, hüpfen nämlich 2 oder 3 vor uns her, aber wir fahren so langsam (Nic hat einen Jeep und fährt 50 oder 60, und wir nichtmal 20 wegen der Schlaglöcher und Steine) dass wir nie ein Känguruh zamfahren würden.


Gestern Nacht an der größeren Hauptstraße hier, wo man 90 fahren darf, ist auch plötzlich ein Opossum vor uns auf der Straße gewesen. Da ich aber nachts nur 60-70 fahre, weil unser Licht nicht das beste ist, die Straße schlecht, uneinsichtige Kurven, eh kein Verkehr den ich aufhalten könnte (und eben die erhöhte Gefahr durch Tiere), und weil ich gute Augen hab (graues Possum auf grauem Asphalt...) und nach kurzem Blick in den Rückspiegel ziemlich stark bremsen konnte – keiner hinter mir – und gehupt – ist das Possum dann noch rechtzeitig von der Straße weggekommen, ab durch die Hecke. Erschrocken haben wir uns eigentlich auch nicht.

Aber ich will kein Possum im Reifenprofil eingewalzt haben, und ich will auch nicht dass ein ausgewachsenes Känguruh bei 90kmh Aufprallgeschwindigkeit unser Auto plättet :p

deswegen fahren wir relativ langsam. Aber der Nic ! Mann der bretter hier echt über die Hügel wie ein Irrer.

Und hier auf dem Gelände sind überall Känguruhs. Wenn man joggen geht, sitzen sie hinter einer Baumgruppe und schauen blöd rüber.

"Wieso springt die nicht? Geht doch viel einfacher."


Und jetzt hat der Nic das arme Ding abgemurkst...


Schnell anderes Thema. Heute bei Bootleg habe ich wieder – na, was? - tasting trays eingeschenkt !!

Das war ein Fest. Nic und seine Freundin Diana, und Moritz und Emily (Annas Cousin mit Freundin) waren auch zum Mittagessen da. Und haben ihre Drinks bei mir bestellt.

Nic und Di haben ihre Pints für 6 anstatt 10 Dollar bekommen (Middy statt Pint eingetippt) und Moritz hat sein Middy für 3 anstatt 6 Dollar von mir gekriegt (Mineralwasser anstatt middy eingetippt.....). Sehr dankbar waren sie. Nur erwischen lassen darf ich mich nicht.

Vor allem interessant, wenn man bei zwei Pints und einem gegebenen 20Dollar-schein noch 8 Dollar rausgibt :p

Dann am Dienstag – unser allerletzter Tag im Trout House (!) - sind AnnCa und ich zu Bootleg zum Mittagessen. Strömender Regen, um 7 abends wollten wir in Margaret sein, weil wir eine Ostdeutschen-WG aufgetan haben, wo wir bis zum Ende unserer Bootleg-Tätigkeit recht unkompliziert und billig wohnen könne, zu zweit in einem schönen warmen Zimmer... denn jetzt, wo es draußen nur noch 15-20 Grad hat, nachts eher 12 rum, und wir im Auto schlafen, es ständig schüttet und annCa eh schon krank ist, und wir nichtmal eine Dusche haben, ist es gut dass wir hier sind. (Dienstag, gleiches Spiel – Wind, Wolken, Regen. Vera steht nackt vorm Trout House und begießt sich mit Regenwasser, 15 Grad kalt, 10 Minuten lang, um Shampoo und Duschgel vom Körper zu waschen, nachdem wir die Dusche eh schon 2 Tage rausgezögert haben...)

Hier können wir auch mal was warmes essen und unsere Klamotten und Handtücher richtig trocknen, und nicht halb-feucht irgendwo rumgammeln lassen.

Was wollte ich über Bootleg sagen? Wegen dem Regen (...wegen DES RegenS ^^ ) war fast nichts los, und unsere Lieblingskollegin Gemma hat unsere Bestellung aufgenommen, und wir erfreut ihren Monolog vor der Kasse belauscht.

Also für Vera die Lemon garlic Prawns. Okay. AnnCa ? Mash and gravy? Ok. Schauen wir doch mal wo wir den Staff Discount in dieser Kasse finden... Moment... Family Discount?

Hoppala. Das ist ja noch besser. Also Mash und Gravy kostet dich jetzt 3 statt 5 Dollar... (In der Karte steht es mit 7,50, Staff Discount wären 5, Gemma hat 3 draus gemacht).

So, die Garlic Prawns für 10 Dollar...

Dann die AnnCa: was kostet uns denn der Sticky Date Pudding?

Gemma: wollt ihr euch einen teilen? Ok also normalerweise 9,50... aber dann gibts hier diesen Discount...und dann noch den... und noch den Discount.. unter 3 Dollar !


Jeder von uns hat dann noch eine heiße Schokolade umsonst bekommen, die normalerweise 4 Dollar kostet, und nach den Prawns und dem Mash und Gravy, dem Kuchen und Gemmas Pommes (sie hats nicht geschafft die aufzuessen...) sind wir aus Bootleg buchstäblich rausgekugelt, und hatten zu zweit 18 Dollar bezahlt.



Danach sind wir noch in die Chocolate Factory gefahren, die wollten wir uns schon länger anschauen..da war uns schon schlecht. Dann gab es weiße, braune und dunkle schoko, die man kostenlos probieren konnten... was soll man machen? Es war umsonst...

also immer rein damit...

Dann den vollen Bauch wieder ins Auto geschleppt, wir waren fast bewegungsunfähig ^

Das trout house geräumt, geputzt, nach Margaret River gefahren, in strömendem Regen das Auto ausgeladen, und unser Zimmer bezogen.

Lars hat einen Holzofen im Wohnzimmer. Ein Aquarium mit einem Hummer. Teppichboden. Einen riesen Flachbild-TV. Ich sitze mit dem Po am Ofen, Laptop vor mir, noch weiter vorne der TV, da läuft Top Gear Bolivia. Mei gehts mir gut


Höre jetzt auch mal shcnell auf, denn dieser Blog wird dann bald hochgeladen..

bis zum nächsten Mal.. !

Habe euch alle sehr lieb !



14.4.10 11:18


Augusta to Albany Tour - 23. April

    23. April 2010


Wahnsinn ! Wir haben es überlebt !


Die AnnCa hat mich zu einer 4tägigen Tour überredet, damit wir unter der Woche (wo wir ja nicht bei Bootleg arbeiten...die Schweine...) nicht nur in Margaret River herumgammeln.

Es ist hier nämlich echt unvorstellbar öde auf die Dauer.


Also sind wir am Dienstag aufgebrochen, haben uns in Augusta den Leuchtturm "Cape Leeuwin Lighthouse" angeschaut (der 18hundertirgendwas erbaut wurde, ziemlich eins der ersten Bauwerke die die Siedler da erbaut haben – die Schiffe die von England kamen und unten um Afrika rumsegelten, kamen dann meistens an diesem Cape Leeuwin an und brauchten natürlich einen Leuchtturm...) , aber reingegangen sind wir nicht... das war uns zu teuer. Statt dessen haben wir auf dem Weg zurück nach Augusta ein australisches Pärchen mitgenommen, die waren auf einer 6tägigen Wandertour, dem "Cape to Cape Walk" (es gibt nämlich im Norden noch so ein Cape – mit Leuchtturm – und zwischen denen einen Wanderweg!). Die Armen mussten immer Zelten (und es hat gepisst) und sind jeden Tag mit ihren 25kg-Backpacks ungefähr 20km gelatscht.



Dann sind wir bis nach Pemberton weitergefahren und haben dort auf einem Parkplatz gepennt. Was man eigentlich nicht darf.

Da stand nämlich ein Schild "Camping Prohibited". Wir haben (trotzig) genau neben dem Schild geparkt ^^

Unterwegs hatten wir in einem Bottleshop eine Flasche 8$ Rosé gekauft, und dazu sogar noch einzeln verpackte Schoko-Mint-Shots in Plastikbechern bekommen – wir ham dem Verkäufer wohl einfach Leid getan.

Erst haben wir ihm erzählt, dass wir für Lenton Brae Weintrauben gepflückt haben, dann aber gesagt, dass wir uns den 60 $ - Cab Sav aber nicht leisten können – und einen süßen 8$ Rosé gekauft – mit lauter kleinen Münzen bezahlt - da ist ihm das Herz weich geworden.


Das Zeugs haben wir dann nachts im Auto genüsslich gesoffen.

Am Mittwoch gings weiter nach Denmark, und das nächste Kaff heißt Walpole (wo wir in einem Klohaus eine kostenlose heiße Dusche gefunden haben – sowas gibt es nirgendwo! Wir hatten uns drauf eingestellt, 3 Tage nicht zu duschen ! ),

und dort kann man im Valley of the Giants einen Tree Top Walk machen,

also auf einer Brücke entlang laufen die auf ca. 60-90m durch Baumwipfel läuft.

Baumwipfel von Karri Trees, Eucalyptus diversicolor nennen sich die auf Latein.

Diversicolor deshalb, weil die Rinde sich zT abschält und die jeweils darunter liegende Schicht eine andere Farbe hat, somit ist der Stamm weißlich, gelblich, rötlich, bräunlich, grau, alles gemischt, und die AnnCa und ich lieben diese Bäume. Wunderschön <3


Als wir diesen Walk hinter uns hatten sind wir noch bis Albany gefahren, die nächste größere Stadt im Südwesten, vielleicht 2-3 mal so groß wie Margaret River, bestehend aus mehreren Buchten am Meer. Als wir da ankamen war es schon dunkel; also haben wir uns gleich mal Abendessen gekocht.


Tja. Abendessen. Das war so eine Sache!

Unterwegs kamen wir nämlich immer wieder an Farmen vorbei, da hieß es, man könne "Marrons" kaufen. Hm, dachten wir, es ist Herbst, kühl, hier in der Region gibts viele Bäume und so Kram – das sind garantiert Maroni !



Wir hatten auch unseren Gaskocher dabei und fanden die Idee von ein paar heißen Maroni in Butter wirklich ansprechend.

Also wir da rein ...


Ich habe gefragt, ob man 200g Marrons haben könnte... klar, hat die Frau gemeint, bringt uns das Papierpaket von einem Hinterzimmer, wiegt ab, wir zahlen (12 Dollar für 200 Gramm ... was solls...), bedanken uns und gehen wieder zum Auto.


Grade will ich einsteigen, da schreit die AnnCa : "Vera ! Stop mal ! Des ist irgendwas anderes - "


Ich setz mich ins Auto. AnnCa, am Fahrersitz, starrt auf dieses Paket, das sie gerade angefangen hat aufzumachen.

"Des hat Beine, und so...."


"Waaaas ???! "


Okay, also wir hatten in Wahrheit FLUSSKREBSE gekauft,

und zwar vorgekocht und der Länge nach halbiert, mit Beinen, Fühlern, Augen, Schwanz, Scheren.


Leck mich fett^^ die arme AnnCa. Vegetarier. Und dann diese 3 Hälften Flusskrebse vor ihrer Nase, gespaltener Schädel, kalt, krabbelig.


Erst wollte sie, dass wir wieder reingehen und die Teile zurückgeben.

Niemals! Viel zu peinlich!


Ich dachte mir, das würde eine feine Story für meinen Blog werden ...

aus diesem Grund hab ichs einfach durchgezogen^^ und in Albany, auf dem Parkplatz vor der Touristeninformation, auf dem Boden sitzend, die 3 halben Flusskrebse in Butter angebraten und dann aus der Schale herausgelöffelt...


sehr zum Schrecken von der AnnCa, weil bei unserem Mini Topf nämlich noch die ganzen Fühler und Beine oben über den Rand rausgeschaut haben, und ich die Viecher immer an den Beinen hochgehoben hab (mit Spitzen Fingern^^), um sie zu drehen und zu sehen, wie das Fleisch ausschaut.

Auf halbem Weg hats auch noch zum regnen angefangen. Da haben wir dann den Gaskocher, die Teller und den Topf (AnnCa hatte sich davor schon Nudeln gemacht – bevor ich den Topf "verseucht" habe) unter das Dach von dem Touristeninfo-Haus gebracht und dort weitergekocht.


Wär jetz ein Polizist des Wegs gefahren (äußerst unwahrscheinlich. Hier gibts kaum MENSCHEN, wo solln denn da POLIZISTEN herkommen^^), und hätte der uns nachts vor diesem Haus rumlungern sehn, auf ausgestorbenem Parkplatz, hätte er bestimmt nachgeschaut was wir da treiben.

Zwei Gestalten in Pennerklamotten, nass vom Regen, mehr oder weniger durchgefroren, all unser Hab und Gut in einem Auto – und wir sitzen da und kochen uns eine absolute Delikatesse.

Mit einem Gaskocher. Nur der Topf, die Krebse, und eine Zitrone.



Aber die waren wirklich sehr lecker! Leider war es bisschen wenig .. insgesamt ungefähr so viel Fleisch wie 3 große King Prawns... aber was solls.

Es sind gute Fotos entstanden.


Nachdem wir im öffentlichen Klo am Waschbecken unser Geschirr gespült hatten (wieder klinisch-vegetarisch reinlich, für die AnnCa) sind wir noch in ein kleines Pub gestiefelt, das stand im Reiseführer drin – Earl of Spencer hieß das. Ein Kleinod

Ungefähr 15 Biere vom Fass, darunter Guinness und Kilkenny, Hofbräu Dunkel, Weißbier und Original, Coopers Pale Ale, und noch andere australische, schottische, irische, englische Biere.


Der Barmann stand gleich auf die AnnCa, sie wollte aber lieber Cider trinken – was dazu führte dass ich ungefähr 5 Biersorten durchprobieren durfte. Immer mit frischem Glas. Gekühlte Gläser. Kaltes Bier.

Coopers hatte ich schon so oft, da hab ich mal was neues ausprobiert.


Am Donnerstag waren wir tagsüber zu Fuß durch Albany unterwegs, sind dann noch einen Strand anschauen gefahren, und sind abends in ein Restaurant, wo wir schon auf einem Plakat gesehen hatten dass da Livemusik sein würde.

Der Manager hatte Gott sei Dank gerade eine Absage für eine Reservierung erhalten. Also hatten wir im voll gebuchte Restaurant einen 5er Tisch für uns allein, haben jede einen Cappucino getrunken und dazu KOSTENLOS ein Schokodessert bekommen !!

Einfach so. Netter junger Mann... seufz...


Und danach sind wir gleich weiter ins Earl of Spencer! Wo wir uns an die Bar gesetzt haben, zu Tim, unserem neuen Barkeeper-Kumpel,

und er hat mir noch weitere 5 oder 6 Biere zum Probieren gegeben..


Dann haben wir uns lange unterhalten, über Musik und Essen und Bier und dies und das, und dann habe ich das erste Mal richtig hingeschaut, was sie über das Hofbräu Bier im Getränkemenu so hingeschrieben haben...

Hofbräu Dunkel: light body, nice malty aroma with caramel and chocolate hints. Spicy hoppy finish.


HB Weissbier: noble hop aroma. Strong wheat malt flavour with banana and clove accents. Fantastic german wheat beer.


HB Original: Clear, golden in colour, with a resilient white head, medium light body with soft mouth-feel. Sweet and bready malt with a dry finish of spicy hops. A classic Munich Helles.



Klingt doch fein :p ich hab trotzdem keins getrunken.

Tim findet nur das Dunkle okay. Das Helle findet er scheiße.

Cool =)


Ein paar deutsche Sätze wollte er noch wissen.

Wir haben ihm "Hey alter, wie gehts?"

und "dieses Bier ist scheiße / kacke / übel / Mist"

beigebracht.



Und dann noch einen Satz mit "Titten", den ich hier nicht preisgeben will^^,

aber er ist genau so nützlich wie die oberen zwei, und zu dritt ergeben sie ja schon eine ganze Konversation..!!!



Was ist eigentlich noch so passiert?

Ach ja, die Blow Holes haben wir uns angeschaut. Das sind Löcher in Felsen am Meer -

oder besser gesagt Röhren – das heißt, man steht hoch oben auf dem Fels, und wenn die See sehr rau ist, schlagen die Wellen unten gegen den Fels, Wasser wird somit von unten in diese Röhre gedrückt, immer weiter hoch, und ungefähr 40m weiter oben macht es dann PFFFT und Wasser, Gischt und Luft kommen aus dem Loch geschossen, mit viel Getöse.


Wir haben es suboptimaler weise genau so eingerichtet, dass wir dort hingefahren sind als die See überhaupt nicht rau war.

Also standen wir auf dem Fels, zusammen mit einem Ehepaar aus Leeds, England, mit ihren 2 kleinen Söhnen, und haben das bekloppte Blow Hole gesucht.

Der Mann ist dabei recht nahe an den "Abgrund" (point of no return...muahahaha...) gegangen, auf der Suche nach diesem Hole... und es wollte und wollte nicht blowen..


seine Frau, mit Kindern und Sicherheitsabstand weiter hinten.

"Chris, dont go further than that please."


Er ging grad extra noch ein paar Schritte. Steil wars.


"Chris."


Noch ein Stück..


"Chris, Chris thats enough. Come back.

CHRIS!!"


Er kam wieder, und lief direkt an dem Blow Hole vorbei!

BLOOOOW machte es, ein Wind fuhr von unten in seine Shorts und Jacke und oben wieder raus, hinterließ sein Haar überraschend zerzaust, und wir hatten das Blow Hole gefunden!


Leider machte es auch nichts weiter außer Wind und Getöse,

das fanden die zwei englischen Jungs stinklangweilig.


Beide hatten sie Pullover an, mit der Kapuze vorne auf der Brust und dem V-Ausschnitt hinten am Nacken. Falsch rum, auf gut deutsch.

Das sei das Erkennungszeichen von ihrem Club, Secret Society, erklärte die Mama. Den Club hätten sie heute gegründet. Sie dürfe nicht dabei sein, sie trage ihre Pullover nämlich nicht entsprechend der Club-Kleiderordnung.


Es ist nie schön, irgendwo nicht dazuzugehören – also wollte ich beitreten.

Gott sei Dank konnte mir die AnnCa den Reißverschluss von der Jacke am Rücken zumachen. Ich war sehr mutig und trug die Kapuze über dem Gesicht!


Der kleine Brite war schwer beeindruckt und meinte, ich sei jetzt vollwertiges Mitglied, und könne ihn in Leeds besuchen kommen. Für die alljährliche Mitgliederversammlung der Secret Society.

Mama, wie ist nochmal unsere Adresse?


Er wiederholte die Adresse nochmal für uns.


Dont forget to come to my house !


Klar, bis dann... winke winke...


Der kleine Mann mit der Kapuze auf der Brust zischte ab,

und ich konnte meine Jacke wieder richtig rum anziehen.


Äh, ich mein, falsch rum



Am Freitag haben wir 2 deutsche Backpackerinnen, Maria und Katja, auf dem Rückweg bis nach Walpole mitgenommen. Die beiden schlafen auch im Zelt und trampen bis nach Darwin. Oh Gott !


Dann hat sie die AnnCa noch eingebildet, auf den 75 m hohen Bicentennial Tree zu klettern. Dafür mussten wir unterwegs in einen Nationalpark abbiegen und 11 $ zahlen.

Und dann war da dieser Baum, in den spiralförmig rundherum Eisenstangen gebohrt wurden (das hat man 1988 in Australien noch so gemacht. Ich könnte mir tausend bessere Methoden einfallen lassen als diese. Hätten sie damals mal deutsche Ingenieure dagehabt!!).

Die Stangen sind ½ m in der Höhe und der Weite auseinander angebracht, das heißt man besteigt den Baum indem man so ca. Im 45° Winkel spiralförmig um ihn herum geht.

An der Außenseite ist zwar ein Netz (draht, nicht sehr feinmaschig...), aber unten gibt es keine Sicherung. Man könnte jederzeit zwischen den Standen durchrutschen und 75 m in die Tiefe fallen.


Jede Stange ist etwa 3 cm im Durchmesser und hat – ihr werdets nicht glauben – einen runden Querschnitt ! Gibt es was blöderes als eine runde Metallstange, wenn man mit Turnschuhen 75m in die Höhe kraxeln will, in einer Gegend in der es dauernd regnet ? (Metall – rund – nass – rutschig – hoch - tot ? )



Solcherlei Gedanken schossen mir durch den Kopf, als ich bei 20m Höhe, 5 m vor der ersten Aussichtsplattform, ziemlich in Panik geriet (mein Haargummi fiel von meinem Handgelenk nach unten, ich schaute ihm nach und Griff mit der Hand nach der nächsten Stange – ins Leere – ganz schlecht.) und da stand ich ! Und konnte nicht vor und nicht zurück. Schweiß ! Herzklopfen !


Die AnnCa war zu dem Zeitpunkt schon oben angekommen (mich hats nämlich schon allein 3 Versuche gekostet bis ich mich überhaupt bis auf diese knapp 20m hochgetraut habe!)

und da oben hatte sie wohl eine ganz gute Aussicht!




Da ich jetz grade spontan ins Internet Cafe gegangen bin, lade ich diesen Eintrag schnell hoch, auch wenn ich eigtl noch mehr zu erzählen gehabt hätte..

folgt dann in ein paar Tagen.

Lasst es euch gut gehen

Viele bussis von Vera





24.4.10 04:36





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